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Strom von Thränen und rief laut:„Ich weiß nicht, wer Sie ſind, aber gewiß— würdiger Herr!— großmüthiger Herr!— mein Jammer und der Jammer meines ſterbenden Kindes!— O wenn die Gebete der Wittwe, wenn die Thränen der Dankbarkeit im Auge der Waiſe einigen Werth haben— barmherziger Grott, gieße deine beſten Segnungen herab auf—“ Hier unterbrach ſie mein Oheim mit einer Stimme, die immer ängſtlicher wurde.— „Um's Himmelswillen, ſeyen Sie doch ruhig, Madame— bedenken Sie doch— die Leute im Hauſe— zum Henker auch, können Sie nicht..“— Sie bemühte ſich, vor ihm auf die Kniee zu fallen, allein er hatte ſie bei den Händen gefaßt und ſuchte ſie auf das Kanapee zu ſetzen, indem er ſagte:„Ich bitte— laſſen Sie doch— machen Sie nicht ſo viel Aufhebens.“— Wer mußte in dieſem Augenblick in's Zimmer ſtürzen? die vortrefflichſte Tante Tabby, die teufliſchſte, eigenfinnigſte von allen alten Jungfern. Sie muß nun einmal in Alles ihre Naſe ſiecken, und da ſie die Frau in's Haus hatte kommen ſehen, ging ſie ihr bis an die Thüre nach, allwo ſie ſich auf's Horchen legte, aber wahrſcheinlich nichts deutlich hörte, als die letzten Ausrufungen meines Oheims, und nun ftürzte ſie in der heftigſten Wuth, die ihre Naſe purpur⸗ roth färbte, in's Zimmer herein und ſchrie:„Pfui, ſchäme Dich, Matthias, was ſind das für Sachen? Wie kannſt Du Deinen guten Namen ſo in die Schanze ſchlagen und deine Familie be⸗ ſchimpfen?«“— Hierauf riß ſie der fremden Frau die Banknote aus der Hand und fuhr fort:„Da ſeh' mir einer, zwanzig Pfund! Ja, das iſt eine teufliſche Verſuchuug.— Gute Frau, gehen Sie immerhin ihres Weges.— Bruder, Bruder, ich weiß nicht, wor⸗ über ich mich mehr wundern ſoll, über Deine laſterhaften Begierden oder über Deine Verſchwendung.“—„Gütiger Gott,“ rief die arme Frau,„ſoll der Name eines vortrefflichen Mannes wegen einer Handlung leiden, die der Menſchheit Ehre macht?“ Nun brach auch der Unwille meines Oheims wirklich los. Sein Geſicht ward


