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ten von ihr ab. Ich beſchloß, ihn etwas genauer in's Auge zu faſſen und ſah ihn in einem Winkel auf der Promenade heimlich mit ihr ſprechen. Endlich, als ich eines Tages nach der Quelle ging, begegnete ich ihr auf halbem Weg des Hügels von Cliſton und konnte mich des Verdachts nicht erwehren, ſie werde verab⸗ redeter Maßen nach unſerm Hauſe gehen, denn es war gerade Ein Uhr, die Zeit, wo meine Schweſter und ich gewöhnlich im Brun⸗ nenſaal ſind. Dieſer Gedanke erregte meine Neugier, ich ging auf einem Umweg zurück und gelangte unbemerkt in mein Zimmer, das zunächſt an dem von meinem Oheim iſt. Die Frau war wahrhaftig hereingeführt worden, aber nicht in ſein Schlafgemach; er ertheilte ihr in einem Beſuchszimmer Audienz. Ich mußte alſo meinen Poſten verlaſſen und zum Glück fand ich in der Wand des Verſchlags eine Ritze, durch welche ich ſehen konnte, was vor⸗ ging. Mein Oheim, obgleich ein wenig lahm, ſtand dennoch auf, als ſie hereintrat, bot ihr einen Stuhl und erſuchte ſie, ſich zu ſetzen. Hierauf fragte er ſie, ob ihr eine Taſſe Chocolade beliebe, was ſie aber mit vielem Danke ablehnte. Nach einer kurzen Pauſe ſagte er mit gedämpfter Stimme, die mich nicht wenig beunru⸗ higte„Madame, Ihr Unglück geht mir ſehr zu Herzen; kann ich Ihnen mit dieſer Kleinigkeit einen Dienſt erweiſen, ſo bitte ich Sie, ſie ohne alle Umſtände von mir anzunehmen.“ Mit dieſen Worten ſteckte er ihr ein Stückchen Papier in die Hand, welches ſie ganz zitternd eröffnete und dann wie außer ſich rief:„Zwanzig Pfund, o Herr!“ Hierauf fiel ſie auf ein Kanapee und ward ohn⸗ mächtig. In größter Angſt hierüber wagte es mein Oheim nicht, um Hülfe zu rufen, damit dieſe Situation keine nachtheiligen Muthmaßungen veranlaſſen möchte, ſondern lief wie ein Verzwei⸗ felnder im Zimmer herum und ſchnitt fürchterliche Geſichter. Zu⸗ letzt beſann er ſich doch ſo weit, daß er ihr ein wenig Waſſer in's Geſicht ſpritzte, wodurch ſie wieder zu ſich kam. Nun aber brach ihre Empfindung auf eine andere Art hervor. Sie vergoß einen


