21
ein Zentnergewicht auf meiner Bruſt läge. So lange Sie noch hier ſind, werde ich unaufhörlich ſehnſuchtsvoll um Ihre Wohnung herum ſchweifen, wie man ſagt, daß abgeſchiedene Seelen um das Grab ſchweben, worin ihr ſterblicher und geliebter Lebensgefährte verſcharrt liegt. Ich weiß, wenn es Ihnen irgend möglich iſt, werden Sie Ihrer Menſchlichkeit— Ihrem Mitleid— darf ich hinzuſetzen: Ihrem liebevollen Herzen?— Gehör geben und die faſt unerträglichen Qualen zu lindern ſuchen, welche das Herz Ihres tiefbetrübten Wilſon zermartern. Glouceſter, den 31. März.
An Sir Watkin Philippo, Varonet, im Jeſuitenkollegium zu Orford. Clifton, den 18. April. Sie dürfen ſich darauf verlaſſen, lieber Philipps, daß ich un⸗ ſerem Manſel ſeine Erfindung und Schwätzerei, als habe ich in Glouceſter mit dem Hanswurſt eines Marktſchreiers Händel gehabt, gehörig ins Wachs drücken werde. Indeſſen habe ich zu viel Re⸗ ſpekt für Alles, was witzig iſt, als daß ich mich auch über die niedrigſte Poſſenreißerei ärgern könnte, und ſo hoffe ich, Manſel und ich werden immerhin gute Freunde bleiben. Gleichwohl kann ich nicht gut dazu ſehen, daß er meinen armen Ponto erſäuft hat, nur um einen Ovidiſchen Pleonasmus in ein witzelndes Epitaphium zu verwandeln: Deerant quoque littora Ponto. Denn daß er ihn blos der Flöhe wegen in die Iſis geworfen hat, als ſie ſo hoch und ſo reißend war, dieſe Entſchuldigung iſt nichts weniger als waſſerdicht. Doch ich überlaſſe den armen Ponto ſeinem Schickſal und hoffe, die Vorſehung hat Manſel für einen trockeneren Tod aufgeſpart. Da hier beim Brunnen ſchlechterdings Nichts iſt, was auf das Prädikat Geſellſchaft Anſpruch machen könnte, ſo fange ich


