Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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ich könnte am Ende bereits wieder auf den Beinen ſeyn, wenn mir das Wetter erlaubt hätte, mein Reitpferd zu gebrauchen. Letzten Dienſtag Vormittag ritt ich ein Bischen aus auf die Dünen, und die Luft war, ſo weit man ſehen konnte, heiter und wolkenlos aber ich war kaum eine Meile geritten, ſo überfiel mich plötzlich ein Regenſchauer, der mich in drei Minuten bis auf's Hemd durch⸗ näßte. Woher er kam, weiß der Teufel, aber ich glaube, ich werde zwölf Tage lang das Bett hüten müſſen. Die Galle lauft mir über, wenn ich die Leute rühmen höre, was für eine heitere Luft auf den Dünen von Clifton wehe. Wie kann die Luft ange⸗ nehm oder geſund ſeyn, wenn ein verdammter Dunſt den ganzen Tag auf einen herabregnet. Was mir mein Gefangenſeyn noch unerträglicher macht', iſt häuslicher Kummer, der mich von allen Seiten beſtürmt. Meine Nichte hat einen gefährlichen Krankheits⸗ anfall gehabt, den ihr die verdammte Begebenheit in Glouceſter an den Hals gezogen, welcher ich in meinem letzten Schreiben erwähnte. Sie iſt ein gutherziges Ding von einem Mädchen, ſo weich und ſchmelzend wie Butter, aber dabei nichts weniger als dumm; ſie hat im Gegentheil viel Kopf und auch ihre Erziehung iſt nicht vernachläßigt; d. h. ſie kann leſen und ſchreiben, ſpricht franzöſiſch

und ſpielt Klavier; dabei tanzt ſie mit Anmuth, hat eine ſchöne

Geſtalt und ein recht gutes Herz. Dieſes Herzchen aber iſt ſo

weich und empfänglich, ja wahrhaftig ſo zärtlich, daß man ſeine Freude daran haben muß; dabei hat ſie ein ſchmachtendes Auge

und liest empfindſame Romane. Dann iſt ihr Bruder da, der

Junker Hieronimus, ein naſeweiſer Hanswurſt, der ſich ſo weiſe

dünkt wie ein neugebackener Magiſter und frech iſt wie ein zwölf⸗ jähriger Fähndrich; er trägt die Naſe hoch wie ein deutſcher Graf,

und iſt hitzig wie ein Bergſchotte. Meine Schweſter Tabby,

dieſes wunderliche Thierchen, kennen Sie, denke ich, ſo ziemlich. So wahr Gott lebt, ſie iſt oft ſo unerträglich, daß ich denke, der Satan hat ſich in ihr Gebein und Fleiſch verkrochen, um mich für