Teil eines Werkes 
13. Band, Humphry Klinkers Fahrten : Roman : 1. Band (1841) The expedition of Humphry Clinker
Entstehung
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An Miß Lätitin Willis in Glouceſter.

Meine liebſte Lätty!

Ich bin ſo ängßtlich, vb der Vote Jarvis Ihnen mein Schreiben

auch richtig überbringt, daß ich Sie ſehr bitte, mir den Empfang deſſelben umgehend zu wiſſen zu thun. Machen Sie Ihre Adreſſe an Jungfer Winifred Jenkins, Kammerjungfer meiner Tante, ein ſeelengutes Mädchen, das mir in meinem Kummer ſo herzliche Theilnahme bewieſen hat, daß ich es zu meiner Vertrauten gemacht habe. Jarvis, der Bote, übernahm den Brief und das Päckchen ſehr ungern, weil ſeine Schweſter Sally meinetwegen beinahe aus dem Dienſte geſchickt worden wäre. Ich kann dem Mann ſeine Vorſicht nicht verübeln, ich habe es aber auch nicht umſonſt von ihm verlangt. Meine theuerſte Freundin und Geſpielin, es iſt ein ſehr bitterer Zuſatz zu meinem übrigen Unglück, daß ich Ihres angenehmen Umgangs und Ihres freundſchaftlichen Geſprächs zu einer Zeit entbehren muß, da ich des Troſtes Ihrer Munterkeit und Ihres guten Rathes ſo ſehr bedürftig bin; ich hoffe indeß, daß unſere Freundſchaft, die wir in der Schule geſchloſſen, Zeitlebens beſtehen ſoll. Von meiner Seite wenigſtens ſoll ſie mit jedem Tage wachſen und zunehmen, und je mehr ich Erfahrung bekomme, um ſo beſſer werde ich den Werth einer wahren Freundin ſchätzen können. O meine theuerſte Lätty, was ſoll ich Ihnen von dem armen Wilſon ſagen? ich habe verſprochen, allen Verkehr mit ihm abzubrechen und wo möglich ihn zu vergeſſen; allein leider fange ich bereits an, einzuſehen, daß dieß nicht in meinen Kräften ſtehen wird. Da es im höchſten Grade unpaſſend wäre, wenn ich ſein Portrait in Händen behalten wollte, indem noch größeres Unglück daraus entſtehen könnte, ſo ſende ich es Ihnen mit dieſer Gelegen⸗ heit, und bitte Sie, es entweder auf beſſere Zeiten aufzubewahren oder Herrn Wilſon ſelbſt zurückzugeben; denn ich bilde mir wohl ein, daß er ſich alle mögliche Mühe geben wird, Sie an dem