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iſt der Verluſt von dreihundert Pfund gegen alle die Unglücksfälle, die ich ſeit zwei Jahren erlebt häbe? Und doch wollen Sie ſich zum Cenſor aufwerfen und gegen die Ungeduld und den Ungeſtüm der Jugend deklamiren, als wenn Sie über alle Leidenſchaften des Her⸗ zens eine unumſchränkte Herrſchaft erlangt hätten? Sie waren ſo lieb⸗ reich, mich vor ein Paar Tagen in meiner Betrübniß durch Vorwürfe über meine Unbeſonnenheit und über mein unregelmäßiges Verfahren zu beleidigen. Geſetzt, ich wollte nun dieſe Beſchuldigung umkehren, und fragen:„Wie kann ein Mann von Ihrer großen Klugheit ſein ganzes Vermögen der Verwaltung unwiſſender Bauern anvertrauen? Wie kann er ſo blind ſeyn, und die Nothwendigkeit von Reparaturen, Ameliorationen, wie auch die Gefahr von Bankerotten, Viehſterben und Mißwachs nicht vorausſehen? Weßhalb verwandelten Sie Ihre Ländereien nicht in baares Geld und kauften ſich dafür, da Sie doch keine Verwandten am Leben haben, eine Leibrente, wovon Sie ganz bequem hätten leben können, ohne üble Folgen zu beſorgen? Können Sie nicht in dem ganzen Bündel Ihrer Philoſophie irgend eine Sentenz finden, um ſich bei dieſem alltäglichen Unglück zu tröſten?“
„Hole der Teufel Eure ſchnelle Zunge!“ rief der Cyniker, vor Galle halb erſtickt.„Ich wollte, Ihr hättet die Bräune oder den Kreböfraß im Halſe, ſo würdet Ihr mich nicht mit Eurem Geſchnat⸗ ter ſo placken und trillen. Eine Elſter würde weit vernünftiger über dieſe Sache ſchwatzen, als Ihr. Wißt denn, Herr Superklug, daß mein Fall gar nicht in das Gebiet der Philoſophie gehört. Wäre ich an allen meinen Gliedern verſtümmelt, vom Zipperlein oder Stein geplagt, hätte ich meine Freiheit, mein einziges Kind oder meinen theuerſten Freund, Euch etwa, verloren, dann hätte die Philoſophie zu meinem Troſte etwas beitragen können. Aber kann wohl die Phi⸗ loſophie meine Schulden bezahlen oder mich von der Laſt der Ver⸗ bindlichkeit gegen einen Pack von Kerlen befreien, die ich verachte? So redet!... Heraus mit der Sprache!.. Bewieſen! oder der Himmel ſtopfe Euch den Mund auf ewig!“


