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aus ſeinem Herzen zu verbannen ſuchen, oder ob er ſogleich zu ſeiner erbitterten Gebieterin hingehen, und ihr voll Demuth zur Abbüßung ſeines Verbrechens ſeine Hand antragen ſollte, überreichte ihm ſein Vedienter ein Paket, das der Briefträger an der Thüre abgegeben hatte. Peregrine ſah kaum, daß die Aufſchrift von Emiliens Hand war, ſo errieth er auch ſchon den Inhalt. Voller Haſt öffnete er das Siegel, und erblickte die Juwelen, die er ihr geſchenkt, in ein Billet eingeſchloſſen, das folgendermaßen lautete:
„Damit ich nicht Urſache haben möge, mir den Vorwurf zu machen, auch nur das geringſte Andenken an einen Elenden zu be⸗ halten, den ich eben ſo ſehr verachte, als verabſcheue, ſende ich die fruchtloſen Werkzeuge ſeiner niederträchtigen Abſichten auf meine Ehre wieder zurück. Emilie.“
Die Bitterkeit dieſer verächtlichen Botſchaft reizte und ent⸗ flammte ſeinen Aerger ſo ſehr, daß er ſich in die Finger biß, ſo, daß das Blut die Nägel hinunter floß, ja er weinte ſogar vor Ver⸗ druß. Bald wollte er ſich an ihrer ſtolzen Tugend rächen; bald be⸗ trachtete er wieder ihr Benehmen mit Ehrerbietung und Achtung, und beugte ſich tief vor der unwiderſtehlichen Macht ihrer Reize. Kurz, ſeine Bruſt wurde von widerſtreitenden Leidenſchaften zerriſſen. Liebe, Schaam und Gewiſſensbiſſe kämpften mit Eitelkeit, Ehrgeiz und Rachbegier. Es war zweifelhaft, wer die Oberhand behalten würde. Endlich ſchlug ſich die hartnäckige Begierde, Emilien zu be⸗ ſiegen, in's Mittel, und entſchied zum Beſten eines Verſuchs, ſich mit der beleidigten Schönen auszuſohnen.
Zu dieſem Ende begab er ſich Nachmittags nach der Wohnung des Oheims, nicht ohne Hoffnung, jenes ſüße Vergnügen zu ſchmecken, das die Ausſöhnung zweier zärtlichen und feinempfindenden Liebenden ſtets zu bewirken pflegt. Wiewohl das Bewußtſeyn ſeiner Schuld ihm ein gewiſſes linkiſches verlegenes Weſen gab, ſo hatte er den⸗ noch zu ſeinen perſönlichen Eigenſchaften und zu ſeiner Geſchicklich⸗ keit Zutrauen genug, um an ſeiner Verzeihung zu verzweifeln.


