Teil eines Werkes 
11. Band, Peregrine Pickle : Roman : 4. Band (1841) Peregrine Pickle and his adventures
Entstehung
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Achtzigſtes Kapitel. Er verfolgt ſeinen Plan auf Emilie mit großer Kunſt und Ausdauer.

Nachdem ſich unſer Abenteurer durch ſeine Heuchelei Zutritt bei ſeiner Gebieterin zu verſchaffen gewußt hatte, begann er die Belage⸗ rung damit, daß er die aufrichtigſte Zerknirſchung über ſeine vorige Leichtfertigkeit zeigte, und ſo flehentlich um ihre Verzeihung bat, daß ſie, wie ſehr ſie auch gegen ſeine Schmeichelkünſte auf der Hut ſeyn mochte, dennoch ſeinen ſogar mit Thränen begleiteten Betheurungen Glauben zu ſchenken anfing. Sie ließ daher bedeutend in jener Strenge und Zurückhaltung nach, die ſie gegen ihn beizubehalten ſich vorgenommen hatte. Inzwiſchen verſagte ſie ihm doch jegliches Ein⸗ geſtändniß von Gegenliebe, weil er mitten unter ſeinen Betheuerun⸗ gen ewiger Standhaftigkeit und Treue mit keiner Sylbe des Hei⸗ rathens gedachte, ſo ſehr er jetzt auch unumſchränkter Herr ſeiner Handlungen war.

Dieſer Umſtand erweckte in Emilie einen Argwohn, der ſie gegen alle ſeine Angriffe befeſtigte. Doch was ihre Klugheit gern verbor⸗ gen hätte, entdeckten ihre Augen, die trotz allen ihren Beſtrebungen Liebe und Wohlgefallen ſtrahlten. Denn ihrer Neigung ward durch ihre Selbſtgenügſamkeit geſchmeichelt, die das Stillſchweigen ihres Bewunderers über den Punkt der Zerrüttung ſeines Gemüths zu⸗ ſchrieb und ſie überredete, daß er keine andere, als rechtſchaffene Ab⸗ ſichten auf ſie haben könne.

Der hinterliſtige Liebhaber ſchwelgte in der Zärtlichkeit ihrer Blicke, aus denen er ſich einen vollſtändigen Sieg prophezeihte. Da⸗ mit er aber nicht durch Voreiligkeit ſein Ziel verfehlen möchte, wollte er ſich nicht eher in die Gefahr einer Erklärung wagen, als bis er ihr Herz ſo feſt beſtrickt hätte, daß weder die Eingebungen der Ehre noch der Klugheit oder des Stolzes vermögend wären, es loszumachen.