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günſtigen Augenblick wahr, durch Blicke zu reden, und ihr ſo die zärtlichſten Betheurungen zuzuſenden. Sie ſah dieß, und freute ſich innerlich darüber. Doch war ſie ſo weit davon entfernt, ihn nur durch einen flüchtigen Beifallsblick zu belohnen, daß ſie ſeinem Augen⸗ geſpräch auswich, und lieber mit einem jungen Gentleman kokettirte, der aus der Loge gegenüber mit ihr liebäugelte. Peregrine war zu ſcharfſichtig, um ihre Abſichten nicht einzuſehen. Ihre Verſtellung verdroß ihn, und beſtärkte ihn in ſeinen unverantwortlichen Abſichten auf ihre Perſon. Er beharrte inzwiſchen bei ſeiner einmal angefan⸗ genen Rolle. Nach Endigung des Stücks führte er ſie und ihre Gefährtin in einen Miethwagen. Es hielt ſchwer, daß er die Er⸗ laubniß bekam, ſie nach dem Hauſe eines Oheims von Emilie zu bringen. Die junge Dame ſtellte Letzterem unſern Helden als einen vertrauten Freund ihres Bruders Geoffry vor.
Der alte Herr, dem es gar nicht unbekannt war, auf welchem Fuß Peregrine mit dem Hauſe ſeiner Schweſter ſtand, bat ihn, zum Abendeſſen zu bleiben, und ſchien mit ſeiner Unterhaltung und mit ſeinem Betragen außerordentlich zufrieden. Der junge Mann beſaß Gewandtheit genug, um Beides zum Verwundern genau nach der Laune ſeines Wirths einzurichten.
Nach dem Abendeſſen, als die Frauenzimmer weggegangen waren, ſtopfte der Citybewohner ſeine Pfeife, und unſer ſchlauer Held folgte ſeinem Beiſpiel. Wiewohl er das Kraut, von dem ſie ſchmausten, verabſcheute, ſo rauchte er dennoch mit der Miene ungemeinen Wohl⸗ behagens, und ließ ſich über die Eigenſchaften dieſes Krauts ſo weit⸗ läufig aus, als wenn er einen großen Handel mit demſelben in Vir⸗ ginien gehabt hätie. Im Verlauf des Geſprächs kamen die National⸗ ſchulden auf das Tapet. Pickle, der immer des Kaufmanns Stim⸗ mung vor Augen hatte, ſprach von Capitalien wie ein Mäkler von Profeſſion. Als hierauf der Aldermann über die Einſchränkungen und ſchlechte Aufmunterung beim Handel klagte, zog ſein Gaſt gegen die ungeheuern Auflagen los. Er ſchien mit deren Beſchaffenheit ſo


