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So höchlich ſie auch durch dieſe ſehr auffallende Veränderung in ſeinem Betragen beleidigt und gekränkt war, ſo verſchmähte ſie es dennoch, ihn an ſeine vorige edlere Aufführung zu erinnern. Mit angenommener froher Laune ſpöttelte ſie über die Fortſchritte, die er im Tone der Galanterie und im feinen Betragen gemacht habe. Allein ſie war ſo weit entfernt, ſich den Freiheiten zu unterwerfen, die er ſich nehmen wollte, daß ſie ihn vielmehr ganz von ſich abzu⸗ halten wußte, ja ihn nicht einmal einen Handkuß rauben ließ. Mit⸗ hin erhielt er von der Anwendung ſeiner Talente bei dieſer Zuſam⸗ menkunft, die eine ganze Stunde dauerte, keinen andern Vortheil⸗ als daß er die Erfahrung machte, er habe ſeine Vorzüge zu hoch an⸗ geſchlagen, und Emiliens Herz ſey keine ſo leicht zu erobernde Feſtung.
Seine galanten Manöver wurden endlich durch Miſtriß Gauntlet unterbrochen, die von einem Beſuch zurückkehrte. Die Unterredung ward nun allgemein, und er erfuhr, Gevffry befände ſich zu London, und hielte um eine bei ſeinem Regimente erledigte Lieutenantsſtelle an; Miß Sophie aber wäre zu Hauſe bei ihrem Vater.
Obſchon nun unſer Abenteurer bei ſeinem erſten Beſuche nicht ganz den gehofften Erfolg gehabt hatte, ſo zweifelte er dennoch nicht, daß es ihm gelingen werde, die Feſtung einzunehmen. Die Zeit, glaubte er, würde eine Meuterei zu ſeinen Gunſten bewirken. Er ſetzte demnach die Belagerung einige Tage lang fort, ohne daß ſeine Beharrlichkeit ihm nur etwas frommte. Endlich, als er die Frauen⸗ zimmer nach ihrer ländlichen Wohnung zurückbegleitet hatte und noch keinen Schritt vorwärts rückte, begann er dieſe Unternehmung für einen Zeitverluſt anzuſehen und beſchloß, in der Hoffnung, günſtigere Gelegenheiten zu finden, die Belagerung aufzuheben, zumal da ihn der Ehrgeiz ſpornte, alle ſeine Vollkommenheiten, die, wie ſeine Eitelkeit ihm zuflüſterte, hier übel angebracht waren, in einer höhern Sphäre leuchten zu laſſen.


