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war ihr ſogar angenehm, daß er ſeinen Beſuch gerade zu einer Zeit machte, wo ſie ſich von zwei oder drei jungen Herren umgeben ſah⸗ die ihr den Hof machten. Kaum war unſer Galan angemeldet wor⸗ den, ſo raffte ſie alle ihre Koketterie zuſammen, nahm die heiterſte Miene von der Welt an, und gerade, als er zur Thüre hereintrat, fing ſie laut an zu kichern. Nachdem die üblichen Begrüßungen vor⸗ bei waren, bewillkommte ſie ihn auf eine ſorgloſe Art in England, fragte ihn nach Neuigkeiten aus Paris, und ehe er ihr darauf ant⸗ worten konnte, verlangte ſie von einem der andern jungen Herren die Fortſetzung der komiſchen Geſchichte, in deren Erzählung er unter⸗ brochen worden war.
Peregrine lächelte bei ſich über ihr Benehmen, welches Emilie
nach ſeiner Meinung nur erheuchelte, um ihn für ſein unfreundliches Stillſchweigen während ſeiner Reiſe zu beſtrafen; denn er war feſt überzeugt, daß ihm ihr Herz immer noch durchaus ergeben wäre. In dieſer Vorausſetzung bediente er ſich aller zu Paris vervollkommneten Geſchicklichkeiten in der Kunſt des Umgangs, und brachte tauſenderlei artige Dinge in Complimentenform mit ſo unglaublicher Zungenfer⸗ tigkeit vor, daß ſeine Nebenbuhler vor Erſtaunen verſtummten, und Emilie aus ihrer Gleichgültigkeit herausgeärgert ward, weil ſie ſich des Vorrechts ihres Geſchlechts beraubt ſah. Deſſen ungeachtet be⸗ harrte er auf ſeiner erſtaunlichen Geſchwätzigkeit, bis die übrige Ge⸗ ſellſchaft es für rathſam fand, aufzubrechen.
Jetzt zog Pickle ſein Geſpräch in den Brennpunkt der Liebe zu⸗ ſammen, die nun ein ganz anderes Anſeben gewann, als vorher. Statt der achtungsvollen Verehrung, die ihre Gegenwart ihm einzu⸗ flößen pflegte, ſtatt der keuſchen Geſinnungen und der Delikateſſe im Ausdruck, heftete er jetzt Blicke des Lüſtlings auf das Mädchen, glühte vor ungeduldigem Verlangen, wußte ſeine Reden kaum in den Schranken des Wohlſtands zu erhalten, und ſuchte Gunſtbezeugungen zu erhalten, die ihm Emilie früher im Verhältniß wechſelſeitiger Zärtlichkeit wohl geſtattet haben mochte.


