123
den gegen dieſes Projekt vor, nannte es einen frechen Plan, den Julie ſelbſt auf die Bahn gebracht habe, bloß in der Abſicht, ihren Eltern Hohn zu ſprechen, gegen die ſie ſich bereits des ſchändlichſten Ungehorſams ſchuldig gemacht hätte. Dabei machte ſie ſo lebhafte Vorſtellungen, daß ſie ihren ſchwachen Mann nicht nur von dieſem Vorſchlag, der ihm zuvor ſo ſehr behagte, abwendig machte, ſondern ihn auch dahin vermochte, um einen Verhaftsbefehl gegen ſeine Toch⸗ ter anzuhalten, unter dem Vorwande, ſie ſtehe im Begriff, ſich ohne ſein Wiſſen und Willen zu verehelichen.
Der Friedensrichter, an den er ſich deßhalb wandte, konnte ihm den nachgeſuchten Befehl zwar nicht abſchlagen; doch weil er die bos⸗ haften Geſinnungen der Mutter und Gamaliel's Einfalt kannte, ſo ließ er von dem Vorgefallenen im Caſtell Anzeige machen. Hierauf wurden zwei Schildwachen vor das Thor geſtellt, und auf das drin⸗ gende Anliegen des Liebhabers ſowohl als auf das Verlangen des Commodores, des Bruders und der Baſe, ward Julie ohne weitern Aufſchub verheirathet. Das Paar ward von Maſter Jolter eingeſeg⸗ net, weil der Pfarrer klüglich jeder Gelegenheit auswich, Jemand zu beleidigen, und der Subſtitut es zu ſehr mit den Feinden hielt, als daß man ſich ſeiner bei der Ceremonie hätte bedienen können. Auf dieſe Art ward dieſe Angelegenheit zu völliger Befriedigung unſeres Helden in Ordnung gebracht. Am folgenden Tag begleitete er ſeine Schweſter nach der Wohnung ihres Gatten, der ſofort an den Vater ſchrieb, und ihm die Gründe darlegte, weßhalb man ſeine Einwilli⸗ gung übergangen habe. Der Aerger der Miſtriß Pickle hierüber war unbeſchreiblich.
Damit das neue Ehepaar gegen alle Anfeindungen geſthert ſeyn möchte, verweilten unſer junger Herr, ſein Freund Hatchway und deren Genoſſen einige Wochen in Clover's Hauſe. Während dieſer Zeit beſuchten ſie, wie gewöhnlich, ihre Bekannten in der Nachbar⸗ ſchaft. Nachdem die Nuhe in der Familie vollkommen hergeſtellt und der Ehecontract in Gegenwart des alten Commodores und deſſen


