Teil eines Werkes 
10. Band, Peregrine Pickle : Roman : 3. Band (1841) Peregrine Pickle and his adventures
Entstehung
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habe leben können. Zuletzt ſagte ſie ihm, ihre Aufſeherin ſey ein wahrer Drache, den ihrem Mann ein ſpaniſcher Kaufmann empfohlen habe deſſen Weib ſie bis an ihren Tod bewacht hätte; ob aber die Treue dieſer Alten gegen Geld oder abgezogene Waſſer probefeſt wäre, das ließe ſie ſehr dahin geſtellt ſeyn. Peregrine verſicherte, dieſer Verſuch ſolle noch gemacht werden, ehe ſie von hier abführen, und ſie wurden einig, die Nacht in Verſailles zuzubringen, wenn ihm ſeine Bemühungen gelängen.

Nachdem ſie ſich ſolchergeſtalt eine gute Bewegung gemacht hat⸗ ten, bis die Lebensgeiſter der Duenna weidlich erſchöpft waren, und ſie ſich ſomit eher in der Stimmung befand, ſie durch ein Glas Likör wieder zu erſetzen, kehrten ſie nach ihrem Zimmer zurück. Die Herzſtär⸗ kung ward angeprieſen und in einem vollen Glaſe angenommen. Da ſie aber keine ſo ſichtliche Veränderung bewirkte, als Peregrine in ſeinen feurigen Hoffnungen erwartet hatte, und da die Alte erinnerte, es finge bereits an ſpät zu werden und die Thore würden in Kurzem geſchloſſen ſeyn, ſo füllte er zum Abſchiede noch ein Glas und that ihr in einem gleich großen Beſcheid. Ihr Blut war viel zu durch⸗ kältet, um durch dieſe außerordentliche Doſis erwärmt zu werden. Auf das Gehirn unſeres jungen Herrn aber machte ſie unmittelbar Eindruck. In ſeiner Aufgeräumtheit überſtrömte er den weiblichen Argus mit einem ſo reichlichen Erguß von ſchönen Sachen, daß er mehr durch ſeine Reden, als durch den genoſſenen Spiritus, berauſcht ward. Als er nun bei ſeinen weiteren Tändeleien eine Börſe in ihren Buſen fallen ließ, ſchien ſie zu vergeſſen, daß die Nacht her⸗ anrückte und willigte mit Genehmigung ihres Mündels in den Vor⸗ ſchlag, etwas zum Abendeſſen zu fordern.

Unſer verliebter Abenteurer hatte dadurch Vieles gewonnen; gleichwohl ſah er ganz deutlich, daß die Aufſeherin ihn ganz unrecht verſtand, und alle bisher geäußerte Liebe auf Rechnung ihrer Reize ſetzte. Dieſer Irrthum konnte auf keine andere Weiſe gut gemacht werden, als daß man ihr mit der Flaſche ſo lange zuſetzte, bis ſie