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ſeines Wahnſinns erführe. Er bat ihn auf's Allerbeweglichſte, ja vergoß ſogar Thränen bei ſeinen inſtändigen Bitten. Das machte, daß Pickle, nachdem der erſte heftigſte Sturm vorübergebraust war, ſich ſeiner Unbe ſonnenheit ſchämte und auf ſein Zimmer ging, um ſeine Gedanken wieder zu ſammeln. Hier verſchloß er ſich, las zum Zweitenmale den unglücklichen Brief und fing an, in ſeinem Urtheile über den Charakter und die Abſicht der Verfaſſerin ſchwankend zu werden.
Mehrmals betrachtete er ſie als eine der Nymphen, die unter der Larve der Einfalt und Unſchuld ihre Ränke gegen die Herzen und Geldbeutel unbedächtiger und unerfahrener Jünglinge ausüben. Dieſen Gedanken gab ihm ſein Zorn ein, der durch die öfter fehl⸗ geſchlagenen Erwartungen entflammt worden war. Wenn er ſich aber ihres ganzen Betragens genau wieder erinnerte, und ſich in ſeiner Phantaſie das Bild aller ihrer Reize lebhaft erneuerte, ſo fiel ſein ſtrenger Tadel weg, und ſein Herz erklärte ſich zu Gunſten ihrer Aufrichtigkeit. Allein eben dieſe Erinnerung erſchwerte das Gefühl ſeines Verluſtes und er war in Gefahr, wieder in ſeinen vorigen Wahnfinn zurück zu verfallen, hätte die Hoffnung, entweder zufälliger Weiſe oder durch fleißige und genaue Nachforſchungen, die er ſogleich anzuſtellen beſchloß, ſie wieder zu ſehen, ſeine Leidenſchaft nicht etwas gedämpft. Er hatte Urſache zu glauben, daß ihr Herz, trotz ihrem tugendhaften Entſchluſſe, ſeine Partie nehmen würde; auch verzweifelte er noch nicht, ihren Sittenaufſeher zu finden, der, wie er wußte, immer zu ſeinem Gebote ſtand. Durch dieſe Betrachtungen ward er geſtärkt, und der Sturm in ſeiner Seele legte ſich. In weniger denn zwei Stunden kam er wieder mit einem ganz ruhigen Geſicht zur Geſellſchaft, und bat den Maler wegen der Freiheit, die er ſich gegen ihn genommen hatte, um Verzeihung. Er verſprach ihm, die Veranlaſſung hierzu ein andermal zu erklären. Pallet war erfreut, mit einem Mann wieder ausgeſöhnt zu werden, deſſen Pro⸗ tektion ihn mit ſeinem Antagoniſten, dem Doktor, im Gleichgewicht


