Teil eines Werkes 
10. Band, Peregrine Pickle : Roman : 3. Band (1841) Peregrine Pickle and his adventures
Entstehung
Einzelbild herunterladen

62

ſehen, der den Brief gebracht habe; widrigenfalls würde er das ganze Haus durch die Schärfe ſeines Schwertes aufreiben. Der Wirth, der über ſeine Drohungen und Blicke erſchrack, fiel auf ſeine Kniee, und betheuerte im Angeſicht des Himmels, er wiſſe von alle dem nichts und ſey an allem unſchuldig, was ihn beleidigen könnte. Der Brief wäre von einem ihm ganz unbekannten Me nſche ngebracht worden, der ſich gleich darauf wieder entfernt und geſagt habe, daß keine Antwort nöthig ſey.

Peregrine ließ darauf ſeine Wuth durch tauſend Verwünſchungen und Schmähungen gegen die Verfaſſerin des Briefes aus. Er beehrte ſie mit dem Namen einer Buhlſchweſter, Erzbetrügerin und Land⸗ ſtreicherin, und ſagte, ſie hätte ihn durch Hülfe eines kuppleriſchen Prieſters um ſein Geld geprellt. Er verkündigte dem Bettelmönche Rache, und ſchwur, ihn zu kaſtriren, wenn er ihm je zu Geſicht käme. Unglücklicher Weiſe erſchien der Maler während dieſes Parv⸗ rismus von Pickle's Wuth. Letzterer ergriff jenen bei der Gurgel, und ſagte zu ihm, daß er ihn durch ſeine verdammte Narrheit zu Grunde gerichtet habe. Aller Wahrſcheinlichkeit nach würde der arme Pallet erdroſſelt worden ſeyn, hätte Jolter ſich nicht für ihn in's WMittel geſchlagen. Dieſer bat ſeinen Mündel recht ſehr, ſich des armen Leidenden zu erbarmen, und bemühte ſich mit der größten Aengſtlichkeit, die Urſache dieſer gewaltthätigen Behandlung von ihm zu erfahren. Er erhielt hierauf keine andere Antwort, als eine Reihe unzuſammenhängender Flüche.

Nachdem der Maler mit unausſprechlichem Erſtaunen Gott zum

Zeugen angerufen hatte, daß er nichts gethan habe, was den Squire beleidigen könnte, ſo kam der Hofmeiſter in vollem Ernſte auf den Gedanken, daß Peregrine's Lebhaftigkeit zur wirklichen Raſerei aus⸗ geſchlagen ſey. Dieſe Vorſtellung machte ihn faſt ſelbſt unſinnig. Um beſſer beurtheilen zu können, was für Hülfsmittel anzuwenden wären, bediente er ſich ſeines ganzen Einfluſſes und aller ſeiner Be⸗ redſamkeit bei dem jungen Manne, damit er die unmittelbare urſache