nach dein Bette ſeiner Duleinea herumtappte, kam er von ungefähr mit der Hand auf die Glatze des Paters, der ſeinen Kopf unter jenes Fingern wie einen Kugelkreiſel drehte. Der arme Maler ward da⸗ durch höchlich beſtürzt und verwirrt. Er hatte nicht Scharfſicht genug, den Vorfall zu begreifen, noch ſo viel Entſchloſſenheit, ſeine Hand von dem ſeltſamen Gegenſtande wegzuziehen, den er berührt hatte. Er vergoß mächtigen Angſtſchweiß im Dunkeln und that gar andäch⸗ tiglich eine große Menge Stoßgebete. Der Mönch ward endlich jener Bewegung und ſeiner beſchwerlichen Lage überdrüſſig; er richtete ſich daher allmählig auf. Zu gleicher Zeit hob er die Hand des Malers mit in die Höhe. Der Schrecken und die Verwunderung dieſes Man⸗ nes wuchs über dieſe ihm unbegreifliche Erhöhung ſo ſehr, daß er alle Beſinnung verlor. In der Verwirrung der Angſt glitt ſeine Hand die Stirne des Paters herab, und einer ſeiner Finger gerieth dem Geiſtlichen von ungefähr in den Mund. Der Kapuziner hielt ihn gleich mit den Zähnen ſo feſt, als wenn er zwiſchen den Schraub⸗ ſtock eines Hufſchmids gepreßt worden wäre.
Dieſer plötzliche Biß, der bis auf den Knochen drang, verwirrte den Maler dermaßen, daß er jede andere Rückſicht vergaß und laut zu brüllen anfing:„Mörder, Feuer, Fußangeln! Fußangeln! Ich bitte Euch, liebe Chriſtenleute, helft doch! um Gotteswillen, helft!“ Dieſe Exclamationen ſetzten unſern Helden in Beſtürzung. Er ſah ein, daß das Zimmer bald mit Zuſchauern angefüllt ſeyn würde. Daher war er genöthigt, ſein köſtliches Mahl unberührt aufzugeben. Voller Aerger, daß ihm ſeine Erwartungen ſo fehlſchlugen, verſetzte er dem Urheber ſeines Unglücks, dem er ſich eben nahte, als deſſen Peiniger für gut befunden hatte, ſeinen Finger loszulaſſen, einen ſo kräftigen Schlag zwiſchen die Schultern, daß er mit gräßlichem Ge⸗ brüll zu Boden ſtürzte.
Pickle zog ſich ſodann ganz unbemerkt auf ſein Zimmer zurück und war einer der Erſten, die mit Licht hinzukamen, unter dem Vor⸗ wande, daß ihn das fürchterliche Geſchrei aufgeweckt habe. Der


