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ein wenig beleidigt war, ſo bat er ihn um Verzeihung, daß er ſich die Freiheit genommen habe, die engliſchen Schauſpieler zu tadeln. Er verſicherte ihn, er hege unendliche Hochachtung für die Gelehr⸗ ſamkeit, das Genie und den Geſchmack der Engländer, derentwegen ſie auch in der gelehrten Welt mit Recht ſo geſchätzt würden; und ungeachtet ſeines ſtrengen Urtheils über ihre Schauſpieler glaube er doch, daß das Londner Theater meiſterhaftere Darſteller beſitze, als das Pariſer.
Der junge Herr dankte ihm für dieſes höfliche Nachgeben. Pallet frohlockte darüber, und ſagte mit Kopfſchütteln:„Das glaub' ich auch, mein Herr,“ und der Doktor, der über einen Diſpüt, zu welchem er ſeinerſeits nichts beigetragen hatte, ungeduldig war, bemerkte mit einem hochfahrenden Weſen:„Die Schaubühne der Neuern lönne nicht im Mindeſten bei Jemanden in Betracht kommen, der von der Pracht der Bühne der Alten und ihren Vorſtellungen eine Idee habe⸗ Die Schauſpiele müßten auf Koſten des Staats gegeben werden, wie die des Sophokles bei den Athenienſern; auch müſſe man einige Richter anſtellen, die alle die Stücke, welche dem Publikum geboten würden, unterſuchten und ſie entweder annähmen, oder verwürfen.“
Darauf beſchrieb er den Schauplatz der Römer, der achtzigtau⸗ ſend Zuſchauer in ſich faßte, und gab eine gelehrte Unterſuchung von der Perſona, oder der Larve, die auf der römiſchen Bühne getragen wurde. Er ſagte, es ſey eine Maſchine geweſen, die den ganzen Kopf bedeckt und inwendig eine Höhlung von Erz gehabt habe, wodurch der Schall, ſo wie er aus dem Munde gekommen, zurückgeprallt ſey und die Stimme ſo erhöhet habe, daß ſie einem Auditorium von einem ſolchen Umfange vernehmlich geworden. Sodann erklärte der Doktor den Unterſchied zwiſchen dem Saltator und Declamator, wo⸗ von jener die Action gemacht und dieſer die Rolle hergeſagt habe. Davon nahm er Anlaß, der Vollkommenheiten ihrer Pantomimen zu erwähnen. Sie wären, ſagte er, ſo erſtaunend deutlich in ihrem Aus⸗ druck geweſen, daß ein gewiſſer Prinz von Pontus, der an Nero's


