Teil eines Werkes 
8. Band, Peregrine Pickle : Roman : 1. Band (1841) Peregrine Pickle and his adventures
Entstehung
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brachte. So hatte dieſe z. B. zu einer andern Zeit ein unüber⸗ windliches Gelüſt nach Froſchſchenkeln, die bekanntlich in Frankreich am Beſten zu haben ſind, ſo daß mithin ein expreſſer Bote nach dieſem Königreiche geſendet werden mußte. Da man ſich auf die Ehrlichkeit eines gemeinen Bedienten nicht verlaſſen konnte, ſo nahm Miſtriß Grizzle dieſes Geſchäft über ſich und ſegelte wirklich in einem Kutter nach Boulogne, von wo ſie in acht und vierzig Stun⸗ den mit einer Tonne lebendiger Fröſche zurückkehrte. Als dieſe nach allen Regeln der Kochkunſt zubereitet waren, wollte die Schwägerin nicht davon eſſen; das Gelüſte darnach ſey ihr vergangen, ſchützte ſie vor; ihre Begierde hatte eine andere Richtung genommen und ſich auf ein kurivſes Geräth gewendet, das einer vornehmen Dame in der Nachbarſchaft gehörte und für eine ungemeine Seltenheit galt. Dieß war nichts anders als ein porcellanener Nachttopf von vor⸗ trefflicher Arbeit, den die hochgeborne Beſitzerin eigens für ſich be⸗ ſtellt hatte und als ein Möbel überaus hochſchätzte.

WMiſtriß Grizzle ſchauerte, als ſie von dem Verlangen ihrer Schwägerin nach dieſem Gefäß den erſten Wink bekam. Denn zu kaufen war es nicht, und was Menſchlichkeit und Willfahrung an⸗ belangt, ſo war die Beſitzerin in beiden eben nicht von der vortheil⸗ hafteſten Seite bekannt; ſonach war der Miſtriß auch alle Hoffnung benommen, es auf eine Zeit lang von ihr borgen zu können. Sie verſuchte daher, ihr dieſe eigenſinnige Begierde als eine ausſchwei⸗ fende Grille, die man bekämpfen müſſe, wegzudisputiren. Allem Anſchein nach war Miſtriß Pickle durch ihre Gründe und ihren guten Rath überzeugt und befriedigt; demungeachtet konnte ſie ſich keines andern Geſchirrs bedienen und war zugleich von einer ſehr gefährlichen Zurückhaltung bedroht.

Durch die Gefahr bewogen, in welcher, wie ſie vMit ihre Schwägerin ſich befand, eilte Miſtriß Grizzle nach dem Hauſe der

Lady, erhielt bei ihr eine Privataudienz, entdeckte ihr die höchſt

traurige Lage ihrer Schwägerin und flehte ihr Wohlwollen an.