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Gegen alles Erwarten empfing dieſe Dame ſie ſehr freundlich und war gar nicht abgeneigt, die Lüſternheit der Miſtriß Pickle zu be⸗ friedigen. Die vielen Ausgaben, die Herr Pickle in Folge der viel⸗ fachen Gelüſte ſeiner Frau hette, brachten ihn ganz außer gutem Humor, ſo daß Letztere endlich ihre Launen einigermaßen zügelte und wenigſtens keine übertriebenen Forderungen mehr machte. Auch erntete Miſtriß Grizzle die ſo lang gewünſchten Früchte ihres Har⸗ rens in einem hübſchen Jungen ein, mit dem ihre Schwägerin nach wenigen Monaten niederkam.
Ich übergehe die deren es bei dieſem wich⸗ tigen Anlaß unendlich viele gab, und erwähne bloß, daß die Mutter der Miſtriß Pickle, ihre Schwägerin Grizzle und der Commodore bei dem Kinde zu Gevatter ſtanden, das einem verſtorbenen Oheim zu Ehren Peregrine getauft wurde. So lange die Wöchnerin Bett oder Zimmer hüten mußte und ihre Autorität nicht ausüben konnte, unterzog ſich Miſtriß Grizzle der Aufſicht über das Kind, wozu ſie ſich doppelt verpflichtet fühlte. Sie führte mit erſtaunlicher Wach⸗ ſamkeit die Oberaufſicht über die Amme und Wehemutter bei jeder ihrer beiderſeitigen Verrichtungen, und keine davon geſchah ohne ihre ausdrückliche Anordnung. Kaum aber war Miſtriß Pickle wieder im Stande, ſelbſt ihre Angelegenheiten zu beſorgen, ſo hielt ſie es für nöthig, gewiſſe Anordnungen, die ihre Schwägerin wegen des Kindes hatte treffen laſſen, gänzlich umzuwandeln. So verbot ſie unter Anderem die Windeln, womit das Kind ſo umwickelt war wie eine ägyptiſche Mumie, damit die Natur ohne allen Zwang wirken und das Blut frei circuliren könne. Gleichzeitig tauchte ſie das Kind an jedem Morgen mit eigener Hand in einen Kübel voll kalten Waſſers.
Dieſe Operation kam jedoch der zartfühlenden Miſtriß Grizzle ſo barbariſch vor, daß ſie ſich derſelben nicht nur mit aller ihrer Beredſamkeit widerſetzte, und jedes Mal, wenn dies Opfer geſchah, eine Thränenfluth vergoß, ſondern endlich auch zu Pferde ſtieg und


