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Viertes Kapitel.
Das Benehmen der Miſtriß Grizzle bei der Hochzeit. Auskunft über die Gäſte.
Man wird mich hoffentlich nicht für lieblos halten, wenn ich vermuthe, daß ſich Miſtriß Grizzle bei dieſer außerordentlichen Ge⸗ legenheit über die Maßen anſtrengte, und alle Batterieen ihrer Reize gegen die Herren ſpielen ließ, die ſich zur Hochzeit eingefunden hatten. So viel weiß ich gewiß, daß ſie all' die einnehmenden Eigenſchaften, die ſie beſaß, in das vortheilhafteſte Licht zu ſtellen ſuchte. Ihre Geſprächigkeit beim Eſſen war ungemein, ſie bediente ihre Gäſte mit faſt überflüſſiger Aufmerkſamkeit, ſchmückte ihre Sprache durch ein ſehr angenehmes kindiſches Liſpeln, und da ſie den übermäßigen Umfang ihres Mundes zu gut kannte, ſo wagte ſie nicht ein einziges Mal zu lachen, ſondern formte ihre Lippen nur zu einem bezaubernden Lächeln, das den ganzen Tag auf ihrem Angeſichte ſchwebte. Ja, ſie wußte ſogar Nutzen zu ziehen aus dem uns bereits bekannten Fehler ihres Geſichts, inſoferne ſie die Ge⸗ ſichter der ihr am meiſten zuſagenden Perſonen von der Seite be⸗ trachtete, während ihre Augen nach einem entgegengeſetzten Gegen⸗ ſtand gerichtet ſchienen.
Mit welcher anmuthigen Beſcheidenheit nahm ſie nicht die Complimente derer auf, die nicht umhin konnten, die feine Anord⸗ nung des Gaſtmahls zu loben; und mit welcher kindlichen Zärtlichkeit benützte ſie jede Gelegenheit, der Ehrenſtellen ihres Vaters zu er⸗ wähnen, indem ſie bemerkte: wenn ſie etwas von Bewirthung ver⸗ ſtände, ſo wäre dieß kein beſonderes Verdienſt für ſie, da ſie während der Lordmayorſchaft ihres Vaters ſo manches große Gaſtmahl habe veranſtalten helfen. Als dann die Unterredung auf die Wohlhaben⸗ heit ihrer Familie kam, verrieth ſie nicht im Mindeſten Stolz oder


