Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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traulichen Wohnſtuͤbchen, und ein wunderliebliches Kind, etwa zwei Jahr alt, in einen leichten Nachtanzug geklei⸗ det, lehnte an ihrem Knie, während es die kleinen ro⸗ ſigen Finger zuſammenfaltete und ſein Abendgebet herfluͤ⸗ ſterte. Nur vergebens bemuͤhte es ſich aber dabei, die großen, klaren Augen andächtig fromm geſenkt zu hal⸗ ten, immer wieder blitzten die unruhigen unter den lan⸗ gen, dunkelen Wimpern lachend und ſchelmiſch hervor.

Klein Margareth, denn das war ihr Name, hatte ganz die lebhaften geiſtreichen Geſichtszuge ihrer Tante,

und die dunkelen, vollen Locken fielen ebenſo über ihre* Schultern, als ſie in der Kindheit über die der Schwe⸗ ſter Alicens gerollt waren; ſelbſt das Wenden ihres Ko⸗ pfes, das trotzige Aufwerfen der Oberlippe, dieſelbe ſtatt⸗ liche Haltung des Körpers, fand ſich hier bei der Klei⸗⸗ 3 nen wieder.

Die Thuͤre wurde leiſe geöffnet und ein Moecaſin betrat die Schwelle. Alice ſetzte das Kind nieder und eilte ihm entgegen es war Tongatou.

Er hatte ſich ſehr verändert, aber die edle, ſtolze, 6 ſich ſelbſt bewußte Haltung war dieſelbe geblieben, und Alice begrußte ihn als ihren Freund und Retter; unru⸗ hig aber ſchaute ſie ihn an, waͤhrend das Kind mit den