Teil eines Werkes 
2. Theil (1847)
Entstehung
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licher Gemuͤthlichkeit herrſchte in dem Kreiſe dieſer guten Menſchen.

Auf beſonders freundlichem Fuß ſtand Madame Maſon mit Alicepejetzt Madame Mansfeld) und weder Freude noch Schmerz fiel in den Familien vor, die die 5 E4 beiden Frauen nicht redlich mit einander getheilt hätten. Alicens Heimath war ein kleines, wohnliches Häus⸗ chen an den Ufern des Wabaſh und, wie ſie es gewuͤnſcht hatte, ganz nahe bei ihrer treuen Freundin Anna.

Ihre Wangen hatten wohl die fruhere Friſche und

Lieblichkeit wieder erhalten, aber immer noch lagerte ein wehmuͤthiger Zug um die feinen Mundwinkel, obgleich ſie ſich in ihren jetzigen Verhaͤltniſſen gluͤcklich und zu⸗ frieden fuhlte. Ueber Margareths Schickſal war ſie noch immer in Ungewißheit, und der Gedanke an ſie erfuͤllte ihr Herz oft mit bitterem Gram. Es war der eine Dorn, der ſich in ihren Lebenskrans eingeflochten hatte.

Einſt, in der freundlichen Daͤmmerungsſtunde, wo die Seele am empfänglichſten fuͤr alle heiligen und erha⸗ benen Eindruͤcke iſt und gern und willig uͤber das nach⸗ denkt, wozu ihr in den geſchaftigen Stunden des Ta⸗ ges nicht Zeit, nicht Ruhe bleibt, ſaß Alice im ſtillen,