Teil eines Werkes 
1. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

190

an ihre Bruſt und kuͤßte ihre bleichen Lippen; aber Margareth preßte ſie leiſe an ſich und hob ihre feinen, zarten Haͤnde empor, als ob ſie ſagen wollte:Sehen dieſe wie Grauſamkeit und Unterdruͤckung aus?

Alice wandte ſich bittend an den Haͤuptling.

Das ſchwankende Rohr iſt wie die Blume gewe⸗ ſen, die fern vom Sturm im freundlichen Haine ge⸗ ſchuͤtzt lag, ſagte Tecumſeh.

Margareth ſtand bei dieſen Worten auf, und naͤ⸗ herte ſich mit ſchwankenden Schritten der Huͤtte Mina⸗ ree's, dort aber begegnete ihr Auge dem Ackories, der Schönheit des Stammes, und ihr Schritt wurde feſter, ihre Haltung ſtolzer; Alice folgte aber nur mechaniſch; ihr war es als ob der Becher des Gluͤcks und der Freude fuͤr immer vor ihren Augen zur Erde geſchmettert ſei. Was galt ihr jetzt all die Schoͤnheit und Herrlichkeit der Erde, was war ihr menſchliche Hoffnung und Gluͤck⸗ ſeligkeit, da der einzige Stab, auf den ſie gehofft hatte ſich zu ſtutzen, ihr entriſſen war.

Der freundliche Haͤuptling bemerkte mit ſchmerzl i⸗ chem Mittleiden ihren Gram und bot ihr ſeinen Arm an ſie aufrecht zu halten, ſie wandte ſich aber von ihm und ſagte traurig:Laß mich ſterben das Leben iſt mir eine Laſt.

,