Teil eines Werkes 
1. Theil (1847)
Entstehung
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Alice lauſchte der ungeahnten Gluth und Beredt⸗ ſamkeit des Haͤuptlings und fur einen Augenblick war ihr's als muͤſſe der eben beſchriebene Tempel, ſo viel herrlicher, ſo viel ſchoͤner ſein, als irgend einer, von Menſchenhaͤnden aufgefuͤhrt; die Andacht vor einem ſol⸗ chen Altar heiliger, reiner als die der feierlichſten und erhabenſten von Menſchen erdacht es war aber nur ein Augenblick, denn nach und nach fuͤhlte ſie mehr und mehr, als ob die Schweſter ſich vom wahren Glauben abgewandt habe, und ein weiter Abgrund ſich zwiſchen ihnen aufthue. Aengſtlich ſchaute ſie zum Haͤuptling empor; da aber, als ſie ſeine kuͤhne Haltung, ſeine

maͤnnliche Schoͤnheit betrachtete, als ſie ſein freundliches Laͤcheln ſah, ſeine melodiſche Stimme hoͤrte, als ſie

daran dachte, wie ſeine Beredtſamkeit in den Verſamm⸗

lungen der Stämme, ſein Muth im Kampf, ſeine Menſch⸗ lichkeit im Sieg geruͤhmt wurden, beſchlich ein anderer Gedanke ihr Herz, daß Margareth, das feurige, ſtolze, enthuſiaſtiſche Maͤdchen nicht gleichgiltig gegen ſo viele Vorzuͤge könnte geblieben ſein, und ein ſonderbar weh⸗ muͤthiges Gefuhl beſchlich ſie. Sie dachte ſich ein laͤnd⸗ lich ſtilles Bild eine Huͤtt, weit im Walde drin, von ſchlingenden Weinreben und plätſchernden Quellen