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und reitzbaren Gemüth nagten, warf er von Zeit zu Zeit verſtohlene Blicke auf das klare, tiefe Waſſer, das ſo einladend zu ſeinen Füßen hinfloß, und mehr als einmal tauchte der Gedanke in ihm auf, daß ein Sprung— ein kurzer Kampf— Schlaf — Vergeſſen mit ſich bringen würde; denn Alles wäre dann vorüber; der Schmerz in ſeinem ſieden⸗ den Gehirn würde aufhören, ſein Jammer ein Ende finden. Aber ſollte er denn das Leben ungerächt verlaſſen? Dieſer Gedanke war es, mit Bedauern müſſen wir es ſagen, der ihn mehr abhielt, als die Furcht, unaufgefordert vor das Antlitz ſeines Schö⸗ pfers zu treten.
„Ich muß leben,“ murmelte er, indem er ſeine blutunterlaufenenen Augen vom See wegwandte, deſſen ſanftes Kräuſeln ihm wie ein Lächeln vor⸗ kam, das ihn zur Ruhe einlud.„Ich will nicht ſterben und einen Menſchen hinter mir zurücklaſſen, der auf meinem Grabe ſich rühmen kann, daß er es entehrt habe. Loß mich ihn auffinden, Schick⸗ ſal, führe ihn mir vor's Angeſicht und häufe dann, was Du willſt, auf mein Haupt. Ich will es ohne Murren ertragen und der ärgſten Bosheit Geduld entgegenſetzen.“
Es war dieß ein gottloſes Gebet, in einem Angenblick der Seelenqual und Zerknirſchung vor Scham geſprochen, das in einer ruhigeren Stim⸗ mung gewiß bereut wurde, denn Redmond O'Reil war nichts weniger als ein gottloſer Menſch. Er hatte Kummer kennen geleru, und Kunmer befe⸗ ſtigt den Glauben im Menſchen.
Während der junge Mann, wie er meinte, un⸗


