Teil eines Werkes 
2. Band (1859)
Entstehung
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Ich bin Polizeiminiſter, verſetzte dieſer.

Wie kommt es denn, daß Unſere Befehle (die Repräſentantin des Laſters in Verſailles hatte bereits das königliche Vorrecht vonUnſer ange⸗ nommen) mißachtet wurden?

Herr von Sartines ſchien ſchmerzlich erſtaunt.

Ich zürne Ihnen deßhalb nicht, fuhr ſie fort; Sie ſind vielleicht außer Schuld. Die Perſon, deren Namen ich Ihnen bezeichnete, iſt in Frank⸗ reich eingetroſſen, ohne daß ich davon unterrichtet worden wäre.

Wahrſcheinlich unter falſchem Namen, Gräfin.

Unter ihrem eigenen.

Unmöglich! Meine Befehle lauteten ſehr bün⸗ dig. Ich kann es nicht begreifen.

Miniſter können dieß ſelten, unterbrach ihn die Dame in ihrem gewohnten hochfahrenden Tone. Ich will es Ihnen erklären: Sie hat ein Aſyl bei den Carmeliterinnen, bei der einfältigen, ver⸗ rückten Louiſe gefunden.

Einer ſolchen Sprache bediente ſich die laſter⸗ hafte Frau ohne Bedenken, wenn ſie von einer Tochter von Frankreich ſprach.

Das iſt noch nicht Alles, fuhr ſie fort;die lächerliche Perſonage, die Prinzeſſin von Beaufre⸗ mont, hat ihr verſprochen, ſie vorzuſtellen.

Das muß verhindert werden, wenn Sie es wünſchen, rief der Miniſter aus.

Gewiß muß dieß geſchehen, antwor⸗ tete die Favoritin kalt.Sie müſſen ſogleich nach Paris ſich begeben. Ich werde Ihre Abweſenheit bei Ludwig entſchuldigen. Gehen Sie zu der Prin⸗