Teil eines Werkes 
1. Band (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

wandlungen von Aufwallung hatte er zwar das

256

Zeit faſt Modeſache war, verdankt England die Eindämmung der Fluth des Laſters. Obgleich an eine ſehr häßliche und unliebenswürdige Frau verheirathet, gab er doch ein Beiſpiel ehelicher Treue. Seine Königin unterſtützte ihren Gemahl in ſeiner Herkulesarbeit.

Kein Frauenzimmer von zweifelhaftem Ruf erlangte je Zutritt an den Hof. Das Verfahren Ihrer Majeſtät war ſo conſequent in dieſer Hin⸗ ſicht, daß ſie ſich weigerte, eine ſouveraine, der Krone nah verwandte Prinzeſſin zu empfangen, bloß aus dem Grunde, weil ihre Aufführung nicht ganz verdachtlos war.

Witzlinge und ſelbſt unterrichtete Perſonen ver⸗ höhnen Georg 1IMI. und ſeine Königin, daß ſie Tete-a- Téte Aepfelpudding ſpeisten. Sie haben aber Unrecht. Mit Wahrheit darf man ſagen, daß darin eine tiefe Moral verborgen liegt.

Sie waren ein altes Ehepaar; aber man muß ſie jetzt noch achten, wenn ſie auch nicht beliebt waren. Sie waren die königlichen Beſen, welche den häuslichen Herd Englands von vielen ſeiner ärgſten Flecken reinigten.

Leſer, wir ſind dießmal nicht abgeſchweift ſondern haben uns bloß eine Paxentheſe erlaubt die allerdings etwas lang war, wie wir zuge⸗ ben wollen.

Die Regierung Ludwigs XV. hatte nahezu ihr Ende erreicht. Seit Jahren ſchon war er der Sklave der Madame Du Barry, deren Einfluß über den alten Wüſtling unbegrenzt war; in An⸗