Gräfin von Arran aus dem edlen Hauſe von Argyle, und war in ihrer Jugend eine gefeierte Schönheit am Hoſe der Königin Anna geweſen, hatte Marl⸗ borough in ſeinem Glanze gekannt, mit Boling⸗ broke cokettirt und Swift verblüfft, den ſie als einen Mann beſchrieb, deſſen Organ weit mehr dem eines Marktſchreiers als eines Dieners der chriſtlichen Kirche geglichen habe.
Die nächſten Verwandten, welche gar nicht daran zweifelten, daß das Familienerbe ſeiner Zeit ihnen zufallen müſſe, waren daher ſehr beſtürzt, als die Gräfin ihnen eines Tages ankündigte, daß ſie der Ankunft der verwaisten Töchter eines Bruders ihres verſtorbenen Gemahls, des Ehrenwerthen Eduard Arran, entgegenſehe, der ſich in Frankreich vermählt und dort geſtorben war, wo er nach dem fatalen Er⸗ eigniß von 1715 in der Verbannung gelebt hatte.
Seiner Anhänglichkeit an das unglückliche Haus Stuart getreu, hatte er ſein Heimathland nie wieder beſucht. Auf ſeinem Todbette ſchrieb er aber an ſeine reiche Verwandte und bat ſie um den Schutz ſeiner mutterloſen Kinder.
Lady Arran weinte, als ſie den Brief las. Der, welcher ihn geſchrieben, war der Gegenſtand ihrer erſten und einzigen Liebe geweſen, und wenn auch ein Machtſpruch ihrer Familie ſie gezwungen hatte, mit deſſen älterem und reicherem Bruder ſich zu vermählen, ſo hatte ihr Herz ihm doch einen An⸗ theil bewahrt, der wärmer als bloße Freundſchaft war. Als zehn Jahre nach ſeines Bruders Tod der ſchöne Eduard ſeine Hand und ſeinen Namen der einzigen Tochter eines verarmten franzöſiſchen Edel⸗


