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Pachtungen, ſo daß die jacobitiſche*) Wittwe eine der reichſten Damen in Schottland wurde.
Von da an wiederholten ſich ihre Beſuche in Edinburg jährlich, und die Liebe ihrer Verwandten zu ihr, bis herab auf das ſechszehnte Glied, nahm im Verhältniß zu ihrem Reichthum immer mehr zu.
Es wurde von dieſen nichts Wichtiges vorge⸗ nommen ohne die„geliebte Tante,“ oder„Baſe Arran,“ je nachdem man ſie zu bezeichnen berechtigt war, um Rath zu fragen.
Sämmtliche Verwandte ſpeculirten auf das Teſta⸗ ment der reichen alten Dame, und Alle ſchmeichelten ſich insgeheim mit der Hoffnung, ihre Haupterben zu ſein.
Wie ſehr man ſich aber auch Mühe gab, etwas Näheres darüber zu erfahren, ſo gelang es doch Niemand; und ſelbſt der Ehrenwerthe Alick Campbell, der Neffe der Dame, der ſich die Sache vor allen Andern angelegen ſein ließ, vermochte nicht hinter das Geheimniß zu kommen.
Unter dieſen Umſtänden darf man ſich nicht wundern, daß die reiche alte Dame, der Gegenſtand der tiefſten Ehrfurcht, etwas argwöhniſch, ſehr lau⸗ niſch und zuweilen ſogar tyranniſch war. Nichts deſto weniger ſaß ihr aber das Herz auf dem rechten Fleck und ihr Urtheil blieb klar und ungetrübt wie immer.
Sie beſaß jenen ſareaſtiſchen Witz, der dem ſchot⸗ tiſchen Character eigenthümlich iſt, der aber bei ihr durch gute Erziehung in Schranken gehalten wurde; denn wie wir ſchon mittheilten, ſo ſtammte die
Unter der Bezeichnung Jacobiten verſtand man die Anhänger der Stnarts. D. B.


