Teil eines Werkes 
5. Band (1860)
Entstehung
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Sie geſehen und Ihre Verzeihung für das unbe⸗ Unrecht, deſſen Werkzeug ich war, erhalten abe. 8 Das Unrecht war gegenſeitig, unterbrach ſie Philipp's Mutter auf edelmüthige Weiſe, die um ſo mehr Anerkennung verdiente, als ſie unerwartet kam. Wir waren Beide ſeine Opfer, fügte ſie hinzu. Sie haben die Entſchuldigung der Unkenntniß der Welt und Unerfahrenheit für ſich. Die Empfindun⸗ gen, die ich einſt gegen Sie hegte, haben ſich ver⸗ ändert. Ihr edles Benehmen gegen meinen armen, verlaſſenen Sohn hat dieſes Wunder bewirkt.

Es erfolgte eine Pauſe von mehreren Minuten; das Gemüth beider Damen ſchien durch Gedanken gedrückt, denen ſie Ausdruck zu verleihen zögerten.

Ich habe von Ihrer Vermählung gehört, fuhr Lady Towers fort,und kann Ihnen nur Glück

wünſchen, daß Sie die Gemahlin eines ſo ehren⸗

werthen und ausgezeichneten Mannes, wie Lord Dalville, geworden ſind. Seien Sie verſichert, daß nie eine Anſpielung oder ein Wort von meiner Seite je einen Schatten auf Ihr Glück werfen ſoll.

Weder die Erwartung noch der Wunſch einer

ſolchen Zuſicherung führten mich hieher, verſetzte

Milly mit ſtolzer Beſcheidenheit.Mein Gemahl hat ſich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen, und ſollte meine traurige Geſchichte auch morgen bekannt werden, ſo würde ſie keine Schaamröthe auf meine Wongen treiben. Ein ganz anderer Grund führt mich hieher. Sie haben ohne Zweifel von dem Tode des alten Zigeuners Keelan gehört, den ich ſo lange für meinen Großvater hielt?