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Wie die unglückliche Frau vorausgeſagt, ſo hatte die Medicin bitter geſchmeckt,— bitterer, als ſie ver⸗ muthet hatte— aber die Wirkung ſollte ihr zu gut kommen.
Es verfloß beinahe eine Woche, ehe dieſer Ge⸗ genſtand wieder zur Sprache kam. Auf Bianca's Rath vermied ihr Liebhaber ſorgfältig jede Anſpielung darauf, indem er ſeinen Worten es überließ, die ſo ſehnlichſt gewünſchte Aenderung herbeizuführen.
Wie in den meiſten Fällen, wenn man den rech⸗ ten Weg eingeſchlagen hat, ſo führten auch hier ſeine Schonung und Geduld endlich zum Ziele.
„Ich fühle mich heute Morgen kräftiger,“ be⸗ merkte die Kranke.„Reich' mir Deinen Arm, Phi⸗ lipp, und führe mich in das Empfangzimmer. Wie ſehe ich aus?“
„Sehr ſchön, wenn auch etwas bleich,“ verſetzte ihr Sohn.
Lady Alton Towers betrachtete ſich im Spiegel und lächelte matt; das zurückgeworfene Bild über⸗ zeugte ſie, daß ſeine Worte keine Schmeichelei oder nur von kindlicher Liebe eingegeben ſeien, in deren Augen die Züge einer Mutter ſtets ſehr ſchön ſind. Das Leiden hatte den Ausdruck der Frivolität und Herzloſigkeit, welche in ihrem frühern Leben ihrer Schönheit Eintrag gethan hatte, verwiſcht.
Ein Phyſionomiker würde ihr Geſicht jetzt für tadelloſer erklärt haben, als zu der Zeit, in welcher das Fieber des Glücks daſſelbe röthete.
„Bianca hat Lady Dalville geſchrieben, daß ich ſie empfangen will,“ fuhr ſie fort;„ich erwarte ſie heute Morgen.


