Teil eines Werkes 
5. Band (1860)
Entstehung
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zu haſſen, ſo hätte ſie dieſe Empfindung gewiß ge⸗ gen ihre frühere Gouvernante gehegt. Von früheſter Kindheit an hatte ſie die Franzöſin nie recht leiden können; weder Nachſicht, Lob, noch Strenge vermoch⸗ ten ihre Liebe zu gewinnen.

Kinder haben ganz merkwürdige Inſtinkte.

Vor der Ankunft des Kapitäns hatten Mrs. Dalton und deren Tochter ſorgfältig jedes kleine An⸗ denken entfernt, das ihn an ſeinen Verluſt hätte er⸗ innern können; Iſabella hatte alles in ihr Zimmer gebracht. Nicht einmal Mademoiſelle hatte eine Ah⸗ nung von den Thränen, die ſie über denſelben vergoß.

Unmittelbar nach dem Eintreffen des Kapitän Brandreth in ſeiner Wohnung wurde eine gewiſſe Aenderung in dem Benehmen der Gouvernante be⸗ merkbar. Es war nicht Freude dieſe hätte die Gefühle der Perſonen verletzt, welche trauerten, auch nicht Heiterkeit: der Wechſel machte ſich im Allge⸗ meinen durch das Ausbleiben der plötzlichen Anfülle von Zerſtreutheit und Nervenaufregung bemerkbar, woran ſie früher gelitten hatte.

Ein ſcharfer Beobachter würde ſich entſchieden dahin ausgeſprochen haben, daß irgend ein peinliches oder drückendes Gefühl ſich verloren und ihr Geiſt ſeine frühere Elaſticität wieder gewonnen habe.

Als der tiefbetrübte, reuige Vater ſeiner Schwe⸗ ſter erzählte, auf welche Weiſe ihr Neffe umgekommen ſei, zerfloß dieſelbe in Thränen.

Armer Junge! murmelte ſie;armer Junge! ſo edel, ſo jung und ſo wacker!

Sage es Iſabella nicht, ſagte ihr Bruder dü⸗ ſter,ſie würde mich haſſen.