Teil eines Werkes 
5. Band (1860)
Entstehung
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25 fand und von deſſen Folgen faſt zu Boden gedrückt

wurde, war ſein Herz hinſichtlich ſeiner unglücklichen

Gattin doch nicht weicher geſtimmt worden; er hing noch immer mit der Hartnäckigkeit eines Menſchen an dieſer Täuſchung, der durchaus die Möglichkeit nicht zuzugeben wagt, daß er ſich ſelbſt getäuſcht ha⸗ ben könne.

Stolz und falſches Raiſonnement, welches eben dieſer Stolz ihm eingab, hielten ihn aufrecht.

Es war ein harter Schlag für Mrs. Dalton und deren Tochter geweſen, als der Brief mit der Nochricht von unſeres Helden Tod eingelaufen war. Die edelſinnige Frau trauerte um ihn, wie um einen Sohn, während Iſabella doch wir können deren Thränen, Schmerz und die unbewußte Empfindun⸗ gen, die ſich darein miſchten, nicht beſchreiben. Das Herz iſt ein zu eigenthümliches Ding, als daß es ſich analyſiren ließe. Wer vermag zu entſcheiden, in welchem Alter Liebe zuerſt darin Wurzel faßt?

Iſabella zählte jetzt ſechszehn Jahre.

Mademoiſelle Marelle, welche zum großen Leid⸗ weſen ihres frühern Zöglings noch immer in der Familie ſich befand, zollte bei dieſer Veranlaſſung äußerlich ihren genügenden Tribut von Trauer, aber trotz ihres Taktes war leicht zu bemerken, daß ihr Leid nur conventionell war. Sie hielt außerordent⸗ lich viel auf äußern Anſtand im Leben, wodurch ſie Mrs. Dalton täuſchte, welche ſie zwar nicht lieben, der ſie aber ihre Achtung nicht verſagen konnte.

Wäre es dem guten Mäbchen, das ſie erzogen hatte, möglich geweſen, irgend ein lebendes Geſchöpf

Smith, Milly Moyne. V. 3