Teil eines Werkes 
5. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

Sie, Geburtsſtolz, Glaubensunterſchied in einem ſolchen Augenblicke zu einer Schranke meines Glückes. Das werde ich auch nicht, murmelte die ſter⸗ bende Frau,das werde ich nicht; Gott wird mir verzeihen, wenn ich irre. Er liest in dem Herzen und kennt deſſen geheime Beweggründe. Sie ſind Zeuge, ſetzte ſie, an den Earl gewendet, hinzu,daß ich meine Einwilligung zu ſeiner Vermählung mit meinem Kinde gab und den Segen einer ſterbenden Mutter ihrer Verbindung ertheilte. So kurz auch die Unterredung gedauert, ſo hatte ſie doch die Kranke ſo erſchöpft, daß Philipp, nach⸗ dem er die zitternd ihm entgegengeſtreckte Hand ge⸗ drückt hatte, es für geeignet hielt, ſich zu entfernen. Als er durch das Vorzimmer ging, traf er den Kar⸗ dinal, der ihn wohlwollend umarmte. Ich habe Alles gehört, flüſterte er.Ich zwar nicht, Ihr Glück zu ſegnen, aber ich will mich demſelben nicht widerſetzen. Meine Nichte ſoll übri⸗ gens keine mittelloſe Braut ſein, fügte er bei. Der Fürſt der Kirche, der ſeinem Herzen nicht länger zu trauen und zu fürchten ſchien, daß der Menſch über den Prieſter triumphire, entfernte ſich gilig. An demſelben Tage, an welchem Lord und Lady Dalville in Philipp's Geſellſchaft an Bord der Fre⸗ gatte ſich einſchifften, welche geſchickt worden war, um ſie nach England zu bringen, erhielten ſie die Nachricht von dem Tode der Mutter Bianca's. Der Bote übergab den Händen des jungen Engländers ein von der Gräfin an ihre Tochter adreſſirtes Paket. Die drei Reiſenden ſtanden noch lange, nachdem das ſchmucke Schiff die Bai verlaſſen hatte, auf dem Ver⸗