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die Dame mit mattem Lächeln fort.„Zum erſten Male fühle ich die Majeſtät des Todes. Unter dem Schatten ſeiner Schwingen iſt Sicherheit, hier kann die Hand des Unterdrückers mich nicht erreichen. Sie werden Alfred und Bianca meine letzten Wort über⸗ bringen,“ fügte ſie, an Philipp gewendet, bei.
Seine Eminenz entfernte ſich geräuſchlos aus dem Zimmer, wahrſcheinlich wünſchte er nicht etwas zu hören, was er vermöge ſeines Standes— nicht ſei⸗ nes Herzens— mißbilligen mußte.
„Sagen Sie ihnen,“ ſagte die Gräfin mit äußer⸗ ſter Anſtrengung,„ſie ſollen nicht eher wieder nach Italien zurückkehren, als bis es frei iſt. Armuth und Verbannung können mit Würde und Geduld ertragen werden, was bei dem Opfer, welches ich ſeit Jahren zu bringen genöthigt geweſen bin, nicht der Fall iſt: Gemahl, Söhne, Töchter, wurde mir eines um das andere entriſſen. Nein, nein,“ wie⸗ derholte ſie,„beſſer Verbannung oder das Grab.“
„Armuth ſollen ſie wenigſtens nie kennen lernen,“ verſetzte Philipp.
„Junger Mann, Sie lieben mein Kins,“ bemerkte die Gräfin.
„Von ganzem Herzen. Mein Daſein kennt keine Hoffnung fern von ihr, das Leben keine Freude, wenn Bianca ſie nicht theilt. Mein Freund und Wohlthäter, der vortreffliche, wohlwollende Lord Dal⸗ ville, wird Ihnen bezeugen, daß ich ein großes Ver⸗ mögen und einen Namen beſitze, der, wenn er auch nicht ſo edel wie der Ihrige, doch ehrenvoll und un⸗ tadelhaft iſt. Machen Sie doch nicht, ich beſchwöre


