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Seine Wohnung beſaß, wie die meiſten Villa's in Italien, eine große Teraſſe, welche mit den Haupt⸗ gemächern zuſammenhing. Es war dieß ein Lieb⸗ lingsaufenthalt Milly's; ſie pflegte oft dort zu ſitzen und die kühlende Luft einzuathmen, welche von der Bucht herauſſtrich, deren tiefblaue, kräuſelnde Waſſer in der Ferne gleich einem Spiegel von Sapphir den Schimmer der Geſtirne zurückwarfen, welche gleich Juwelen am nächtlichen Himmel ſtrahlten. Hier er⸗ ſchien ihr die Vergangenheit weniger furchtbar, die Zukunft hoffnungsvoller. Die Meiſten, welche ſchon geduldet haben, können dieſes Gefühl verſtehen. Es liegt eine Heilkraft in der Natur— namentlich für Seelenleiden— und die Betrachtung ihrer ruhigen Schönheit übt eine ähnliche Kraft wie das Ruhen an der Mutterbruſt.
Der Schmerz wird dadurch zwar nicht gänzlich geſtillt, aber wir vermögen ihn dort beſſer zu ver⸗ tragen.
Mily wurde aus ihren Träumereien durch das plötzliche Erſcheinen eines Mannes aufgeſchreckt, der über die Baluſtrade kletterte. Es war kein gewöhn⸗ liches Entſetzen, das ſie auf dem Fleck feſtbannte, denn in dem Eindringling erkannte ſie den Zerſtörer ihres Lebensglückes.
„Bin ich vergeſſen, Milly?“ fragte er in einem Tone ſo ſanft und einſchmeichelnd, wie ihn etwa der böſe Feind angewendet haben mochte, als er Eva um das Paradies zu betrügen ſuchte.
Der Ton ſeiner Stimme löste den Zauber. Augenblicklich vertrockneten ihre Thränen.
„Kann der arme Vogel die Schlange vergeſſen,


