24
deren Zähnen er einmal entkommen iſt,“ verſetzte ſie.—„Sie vergeſſen!— Liebe— Grauſamkeit vielleicht kann vergeſſen werden, aber Verachtung niemals.“
„Sie thun mir Unrecht, Milly, beim Himmel Sie thun mir Unrecht,“ rief der Wüſtling, deſſen Leiden⸗ ſchaft für ſein Opfer zu ſeiner Strafe und Qual zurückgekehrt war.„Mein Herz hat ſich keinen Augen⸗ blick geändert. Sie können mich nicht beurtheilen, haben keine Ahnung von dem Elend, das ich an der Seite einer eiferſüchtigen Gattin in einer abhän⸗ gigen Lage erduldete. Bemitleiden Sie mich.“
„Das thue ich in der That,“ antwortete ſie ironiſch.
„Fühlen Sie für mich?“
„Für Sie fühlen?“ wiederholte Milly;„ja, ſol⸗ chen Widerwillen, wie ihn das treue Herz einer Frau gegen Schlechtigkeit, Falſchheit und Verrath fühlt. Für Sie fühleni Sie haben den unermeßlichen Ab⸗ grund von Falſchheit und Schlauheit gezeigt, in welchen Sie eine argloſe Seele zu ſtürzen vermochten. Ich kenne Sie jetzt— die hohle Maske— die lebendige Lüge— den Mörder, wenn auch nicht der That, doch der Abſicht nach. Ich wünſchte nur, ich hätte Sie früher kennen gelernt!“
Dieſe unerwartete Anklage machte Sir Aubrey Fairclough ſtutzig,— er meinte, ſie ſpiele auf den Brand in Woodbine Cottage an. Hierin irrte er ſich aber,— von dieſem Verbrechen hatte Milly keine Ahnung; ſie meinte vielmehr das Attentat auf das Lebens ſeines Stiefſohns.
In ſeiner Verlegenheit murmelte er etwas von


