Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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Und doch ſinnen Sie nach! Ich ſtellte die Frage an mich, ob Ihre Worte nichts weiter als eine Form der Höflichkeit, Töne, die eben ſo raſch vergeſſen ſind, als ſie ausgeſprochen werden, eine Höflichkeitsbezeigung, welche in einer Nacht wie dieſe jeder Menſch ſelbſt gegen ſeinen ge⸗ ringſten Mitbruder ausſprechen würde, oder ob ſie der Ausdruck eines echten Gefühls waren. Es war von jeher der Wunſch meines Lebens, fügte er hinzu,einen Engländer zum Freunde zu beſitzen.

Es ſtehen Ihnen zwei zu Dienſten, wenn Sie ſie annehmen wollen, rief Philipp.Weßhalb ſollten Sie an uns zweifeln?

Ich bin arm, verſetzte Ernſt, ohne das mindeſte Zeichen, daß er ſich dieſes Geſtändniſſes ſchäme oder darüber in Verlegenheit gerathe,und Armuth iſt ſehr empfindlich.

Und was hat denn Armuth mit Freundſchaft zu ſchaffen? fragte unſer Held.Bald will es mir ſcheinen, als ob Stolz das rechte Wort wäre. Hätte ich einen Augenblick vermuthet, daß Sie reich oder von vornehmer Geburt wären, ſo würde ich das Aner⸗ bieten nicht gemacht haben. Ich verabſcheue Alle, die auf ſolche Dinge Jagd machen.

Freundſchaft verlangt Gleichheit, bemerkte der Jüngling, deſſen Anſichten für ſein Alter höchſt auf⸗ fallend waren,und Sie ſind reich.

In einer Hinſicht haben Sie recht, ſprach Oli⸗ ver ernſt.Allerdings verlangt Freundſchaft Gleich⸗ heit, was Ehrgefühl, Wahrheitsliebe, Muth und jene höheren Eigenſchaften anbelangt, die deren Reiz ausmachen. Aber Reichthum! Pah! der iſt nichts