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Es war ſchon ſehr ſpät, als die Reiſenden ſich zur Ruhe zurückzogen. Die Friſche der Gefühle und Gedanken des ſeltſamen Jünglings hatte der Unter⸗ haltung einen großen Reiz verliehen. Oliver und Philipp fühlten beide deſſen Einfluß, dem ſelbſt ihr Mentor, bei all ſeiner Erfahrung von der Macht des erſten Eindrucks, nicht ganz entgehen konnte.
„Es ſieht etwas armſelig bei uns aus,“ ſagte der Gaſtfreund, der die jungen Männer in ihr Zimmer führte,„aber Sie können mit voller Sicherheit hier ſchlafen, und das iſt mehr, als Ihnen in manchem wohl eingerichteten Gaſthaus gewährt werden könnte. Gute Nacht.“
„Gute Nacht,“ wiederholte unſer Held, ihm die Hand reichend.„Aber Sie haben uns noch nicht einmal geſagt, mit welchem Namen wir Sie anzu⸗ reden haben.“
„Ernſt,“ verſetzte der junge Mann,„Ernſt Auſtin. Weßhalb fragen Sie aber?“
„Wir wünſchen immer den Namen Derjenigen ken⸗ nen zu lernen, die uns werth ſind,“ bemerkte Oliver Brandreth lächelnd.
Anſtatt das Zimmer zu verlaſſen, ſetzte ſich ſein neuer Bekannter— Freund iſt wohl nicht das rechte
ort, um ihn damit jetzt ſchon zu bezeichnen— an das Fenſter und ſchien einige Minuten lang in tiefes achdenken verſunken.
„An was denken Sie?“ fragte Oliver.„Es liegt doch gewiß nichts in der Bitte, das Sie hätte ver⸗ letzen können.“
„Im Gegentheil,“ ſagte Ernſt,„ſie hat mich hoch erfreut.“.


