Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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240 Man ſagt, das Auge des Haſſes ſei eben ſo ſcharf, als das der Liebe, ſein Gedächtniß ebenſo zähe,

bei dem Baronet wenigſtens war dieß der Fall, der,

während er ſich durch die Menge durcharbeitete, an ſeinen Stiefſohn Philipp anrannte, welchen Neugierde ebenfalls hieher gelockt hatte.

Obgleich mehrere Jahre verfloſſen waren, ſeitdem er dieſen Stiefſohn zum letztenmale geſehen hatte, erkannte er ihn doch ſogleich. Unglücklicherweiſe er⸗ kannte aber ſein Stiefſohn ihn nicht, indem ſeine Verkleidung ihn zu ſehr entſtellte.

Das Gefühl der Eiferſucht machte Sir Aubry nicht blind gegen das des Intereſſes, er blieb ſtehen, trat einen Schritt zurück und machte ſeinem Begleiter ein Zeichen, keinen Laut von ſich zu geben.

Bemerken Sie dieſen jungen Mann? flüſterte er auf Philipp deutend, der ohne Ahnung der Ge⸗ fahr ruhig daſtand und auf die Spott⸗ und Wit⸗ reden um ihn her hörte.

Hanway nickte bejahend.

Erkennen Sie ihn?

Nein.

Er iſt der Sohn meiner Frau, Philipp Bland⸗ fort, fuhr ſein Herr in dem gleichen halblauten Tone fort.Verlieren Sie ihn nicht aus dem Geſicht, folgen Sie ihm, wohin er geht, ſpüren ſie ſein Hotel auf und erfahren Sie mir womöglich, ob er allein in Neapel ſich aufhält.

Ich verſtehe, murmelte das willige Werkzeug.

Seien Sie behutſam, fuhr Sir Aubrey fort,

Vergeſſen Sie nicht, daß wenn auch er ſich verän⸗

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