dert hat, dieß bei Ihnen nicht der Fall iſt. Er würde augenblicklich ſich Ihrer erinnern.“
Nach Ertheilung ſeiner Inſtructionen ſchlich Sir Aubrey weg. Das Gefühl der Neugierde, das ihn hieher geführt, hatte ſich in brennende Eiferſucht ver⸗ wandelt, die einer Schlange gleich unaufhörlich an ſeinem Innern nagte.
Milly, die Gattin eines Andern! Glücklich ohne ihn!— das war der Stachel.
Das Intereſſe— die ungeheure Selbſtſucht, die Quelle aller ſeiner Verbrechen,— geſtatteten aber nicht, daß die Erinnerung an ſein Opfer ſeine Gedanken ausſchließlich beſchäftigte. Philipp,— die Schranke zwiſchen ihm und ſeiner Gattin Vermögen— war in Neapel und wahrſcheinlich allein. Eine ſolche Gelegenheit, die Plane in Ausführung zu bringen, welche Oliver's Freundſchaft und die Entſchloſſenheit ſeines Vormundes vereitelt hatten, durfte ſich nicht leicht wieder finden und bis dieſe ausgeführt wären, beſchloß er ſelbſt Milly zu vergeſſen.
Dieſer Entſchluß— gleich denen der meiſten lei⸗ denſchaftlichen Menſchen— erwies ſich als vergeb⸗ lich. Mehrmals während er über dem Verderben ſeines Stiefſohns brütete, machte ſich ſeine Wuth durch heftige Ausrufungen Luft.
„Ich will ſie ſchamroth machen!“ murmelte er,— „ſie und den Lord, ihren Gemahl. Wie wird die Welt hohnlächeln, wenn ſie erfährt, daß die Gräfin von Dalville— die Gemahlin des ſtolzeſten Man⸗ nes in Europa— nichts weiter als eine arme Zi⸗ eunerin, die verlaſſene Geliebte des Sir Aubrey Fairclough iſt.“
Smith, Milly Mohne. IIH. 16


