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Siebenundvierzigſtes Kapitel.
Der neapolitaniſche Pöbel beſitzt eine gewiſſe Eigenthümlichkeit,— er iſt leicht erregbar, aber eben ſo leicht auch wieder beruhigt; eine Kleinigkeit treibt ihn zu Gewaltthaten und Verbrechen, eine Kleinig⸗ keit beruhigt ihn aber auch wieder. In der That, die ganze Eriſtenz der untern Klaſſen beruht ſo zu ſagen auf Kleinigkeiten. Wenn man ſie mit Schau⸗ ſpielen unterhält,— ſie lachen macht— ihnen ir⸗ gend einen Gegenſtand gibt, an welchem ſie ihren Spott üben können— gleich den Irländern ſind ſie von Natur aus witzig— ſo kann die Regie⸗ rung, ſo weit es ſich um das Volk handelt, die Augen ſchließen und in Sicherheit ſchlafen.
Was die Ernährung derſelben betrifft, ſo iſt dieſe in einem Lande, wo der Arme zwei Dritttheile des Jahres hindurch in freier Luft ſchläft, nur von un⸗ tergeordneter Wichtigkeit. Das Klima iſt ſo mild, der phyſiſche Menſch braucht ſo wenig,— ein Stück Melone und etwas Brod im Sommer, für den Werth eines Pfennings Maccaroni und wenn es hoch kommt, etwas geſchmorten Fiſch im Winter, das genügt voll⸗ kommen.
Geiſtige Bedürfniſſe ſind nicht vorhanden.
Die Neapolitaner ſind oder waren vielmehr das loyalſte Volk auf dem ganzen Erdball. Nach dem heiligen Januarius war der König der höchſte Ge⸗ genſtand ihrer Verehrung. Alles, was nur entfernt den Hof anging, intereſſirte ſie, Geburtstäge, Revüen, Levse's, waren Unterhaltungen, an welchen ſie den


