Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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Aehnlichkeit hat Sie getäuſcht. Dalville hat ſich kürz⸗ lich vermählt und zwar allen Verſicherungen nach mit einer außerordentlich ſchönen Frau; es iſt daher nicht daran zu denken, daß er jetzt ſchon den Luxus ſo weit treiben würde, ſich eine Geliebte zu halten. Uebrigens iſt er, wie die Welt ſich ausdrückt,mo⸗ raliſch wenn ſich Ihre Phantaſie ſo weit ver⸗ ſteigen kann, um zu begreifen, was dieſes Wort zu bedeuten hat.

Haben Sie die Gräfin geſehen? fragte der ge⸗ ſchmeidige Diener, der zwar ſeinem Herrn nicht direct widerſprechen wollte, aber deßhalb doch auf ſeinem Glauben beharren blieb.

Sie wiſſen, daß wir erſt vor kurzem nach Nea⸗ pel gekommen ſind, und der Geſandte nur wenige Beſuche empfängt.

Iſt dieß nicht auffallend, Sir Aubrey? fragte Hanway.

Allerdings iſt es ſo.

Vielleicht erklärt ſich dieß aus ſeiner Vermäh⸗ lung mit Milly.

Der Wüſtling ſtutzte. So abenteuerlich und un⸗ glaublich die Vermuthung auch klingen mochte, ſo ergriff ihn doch ſchon bei dem bloſen Gedanken an eine ſolche Möglichkeit die wüthendſte Eiferſucht. Er machte ſich nichts aus dem Gedanken, daß Milly todt in die Dunkelheit zurück verſetzt worden ſei, aus welcher er ſie gezogen hatte, aber das vermochte er nicht zu ertragen, ſie in den Armen eines Andern und zwar als deren Gemahl zu wiſſen, der in Rang und Reichthun eben ſo hoch über ihm ſtand, als in Adel des Herzens und Charakters.