232
gebornen, der in den Flammen umgekommen und deſſen Aſche von den Winden zerſtreut worden war.
„Zürne meiner Schwäche nicht, Arthur,“ fuhr ſie fort, indem ſie ſich aus dem Wagen lehnte, um das Kind genau ſehen zu können;„aber unwill⸗ kürlich denke ich daran, daß mein Knabe ebenſo hübſch wäre, wenn er am Leben geblieben wäre. Aber er kam um,— kam auf eine jammervolle Weiſe um. Mir blieb nicht einmal die Beruhigung, über ſeinem Grabe weinen zu können.“
Ihre Gemüthsbewegung, während ſie unaufhör⸗ lich das Kind betrachtete, wurde ſo heftig, daß der Earl dadurch beunruhigt wurde und ſie liebevoll tadelnd zurück auf ihren Sitz zog.
Der übrige Theil der Spazierfahrt gieng unter Stillſchweigen vorüber, obgleich ihr Gemahl durch⸗ aus nicht ärgerlich über Milly's Schwäche war, denn dazu liebte er ſie zu ſehr.
Der Diener, welcher die Amme begleitete, war kein Anderer als der ſchändliche Hanway, der ver⸗ traute Kammerdiener Sir Aubrey's, das Werkzeug ſeiner Verbrechen. Das Erſtaunen dieſes Menſchen war, wie unſere Leſer ſich leicht vorſtellen werden, groß, als er Milly erkannte, welche glücklicherweiſe von ihren Gefühlen zu ſehr in Anſpruch genommen war, als daß ſie ihn bemerkt hätte.
Sie hatte nur Augen für das Kind.
So bald er nach Hauſe kam, wußte er nichts Ei⸗ ligeres zu thun, als ſeinem nichtswürdigen Herrn die Entdeckung mitzutheilen, die er gemacht hatte. Sir Aubrey hörte ihn ungläubig an.
„Pah!“ ſprach er,„irgend eine eingebildete


