Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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„Ich leſe niemals Annoncen,“ verſetzte Mr. Lacy. „Darf ich wohl um die Namen der Perſonen fragen,“ fuhr er fort,„die ſich ſo viele Mühe um meinet⸗ willen gegeben haben?“ 8

John Compton deutete auf das Kind. Mr. Lacy verſtund ihn und ſtellte keine weitere Frage mehr. Die Gräfin begab ſich in ihr Ankleidezimmer, um dort den Brief ihrer Wohlthäterin zu durchleſen.

Er lautete folgendermaßen:

„Theuerſte Milly, halten Sie mich nicht für lieblos und zweifeln Sie auch deßhalb nicht an meiner Liebe, weil ich ſchriftlich von Ihnen Ab⸗ ſchied nehme. Es würde mich Anſtrengung ko⸗

ſten, wozu es mir an Stärke gebricht, wenn ich den Ruheſitz verlaſſen ſollte, wo ich ſo viele glückliche Stunden verlebte. Es gibt eine Stelle in jedem Hauſe— eine Sorge in jedem Herzen. Ich bin dem allgemeinen menſchlichen Looſe nicht entgangen und wahrſcheinlich haben meine eige⸗ nen Leiden mich gelehrt, mit den Ihrigen zu ſympathiſiren. Mögen Sie ſo glücklich werden, als Sie es verdienen. Ich kann Ihnen kein beſſeres Schickſal wünſchen. Ihre treu ergebene Freundin Adelaide Lacy.“ „Ich dachte mir's doch,“ murmelte die junge Frau,„ich errieth es. An dem ſüßen Wohlgeruch merken wir, daß die Blume ausgepreßt worden iſt.“

Faſt eine Stunde lang ſaß ſie über den Brief nachſinnend, da. Seltſame Erinnerungen tauchten in ihr auf; ſie dachte an ihre Jugendjahre und an die entſetzliche Geſchichte, die ſie von der weißen