Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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„Meine theure, liebevolle Wohlthäterin,“ rief Milly,„lehren Sie mich mein Glück ertragen. Ich bilde mir zuweilen ein, es ſei nur ein Traum— zu ſchön für die Wirklichkeit, zu groß, als daß er fort⸗ dauern könnte!“

„Fürchten Sie nicht, daß es nicht auch ſeine Schatten haben wird,“ verſetzte die Dame;„dieſe werden wie Sommerregen geſchickt, um das Herz zu erfriſchen, welches gerade wie die Erde bei zu vielem Sonnenſchein ausdorren würde.“

„Prophetin!“ rief der Lord halb vorwurfsvoll, „an einem Tag wie der heutige!“

„Ich ſtehe auf dem Punkte, vielleicht für immer von einem Weſen getrennt zu werden, für das ich faſt das Intereſſe und die Liebe einer Mutter fühle,“ ſagte Miß Lacy.„Sie werden mich gewiß nicht ſelbſtſüchtig ſchelten, wenn ich einige Minuten für mich in Anſpruch nehme, um Milly Lebewohl zu ſagen?“

Der Bräutigam drückte Milly's Hand an ſeine Lippen und verſchwand in einem der Nebenwege.

„Erſchrecken Sie nicht,“ rief Miß Lacy, als ſie einen Ausdruck der Aengſtlichkeit, der faſt bis zum Entſetzen ſich ſteigerte, in dem Geſicht der Neuver⸗ mählten erblickte,„ich bin keine Unglücksbötin.“

„Sie bringen mir aber auch nichts Gutes,“ mur⸗ melte Milly,„ich leſe dieß in Ihren Augen; Sie können dieſelben nicht beherrſchen. Wir vermögen zwar unſere Worte zu bewachen, aber die Wahrheit blitzt trotz aller unſerer Vorſicht durch die Fenſter der Seele. Was werde ich erfahren?“

3 Smith, Milly Moyne. III. 2