Eine marmorähnliche Bläſſe bedeckte Milly Moy⸗ ne's Geſicht bei dieſer unerwarteten Erklärung. Er⸗ ſtaunen und Schrecken malten ſich in jedem ihrer— Liniamente. Schrecken, daß der Mann, deſſen edler Charakter einen ſo tiefen Eindruck auf ihr Herz ge⸗ macht hatte, den Zauber durch einen Antrag, der ſei⸗ 1 ner unwürdig wäre, brechen könnte. Daß er ſie auf⸗ fordern könnte, ſeine Gattin zu werden, war ihr nie⸗ mals, auch entfernt nur, in den Sinn gekommen.
Bei dem Worte„Gatte“ entſchlüpfte ein Schrei halb von Freude, halb von Beklemmung ausgepreßt, ihren Lippen.
„Ich danke Ihnen, Arthur!“ rief ſie aus;„Gott ſegne Sie für dieſes Wort! Obgleich ich nicht ſo ſeibſtſüchtig, ſo gering bin, ein ſo edelmüthiges Opfer anzunehmen.— Niel nie! Arthur, Sie dürfen nie über die Frau erröthen, der Sie Ihren Namen ſchen⸗ ken; die Seele einer ſolchen muß rein, ihr Geiſt eben ſo unbefleckt ſein, wie der Ihrige. Es muß eine Frau ſein, welche die Achtung der Welt— das Ver⸗ trauen ihres Gatten unbedingt fordern kann. Ich kann dieß nicht—“
„In meinen Augen können Sie es,“ unterbrach ſie der Lord;„ich kenne die grauſamen Künſte, durch welche Sie überliſtet wurden,— kenne das Ihnen widerfahrene Unrecht, Ihre Unſchuld.“
ſagte Milly,„verſpotten Sie mich nicht.“ 6 „Ich könnte eben ſo leicht den Märtyrer auf ſei⸗ nem Scheiterhaufen verſpotten,“ verſetzte ihr Liebl⸗ haber.„Ich wiederhole deßhalb das Wort— Un⸗ ſchuld. Sie glaubten verheirathet zu ſein?“


