Von dieſer Stunde an vermied es ihr Erretter, auf den herzloſen Menſchen wieder anzuſpielen, der ſie ſo grauſam verlaſſen hatte.*
Es ſcheint, daß ein gewiſſer Grad von Leicht⸗ gläubigkeit in unſerer Natur liegt. Diejenigen, welche am ſchwerſten zu täuſchen ſind, täuſchen ſehr leicht ſich ſelbſt;— die Urſache iſt zwar verſchieden, die Wir⸗ kung aber dieſelbe.
Hätte einer ſeiner Freunde Lord Arthur geſagt, daß er ſterblich, blindlings in Milly verliebt ſei, ſo würde er darüber gelächelt und wahrſcheinlich über den Mangel an Scharfſinn gelächelt haben, welcher nicht Mitleid und eine zartere Leidenſchaft zu unter⸗ ſcheiden verſtehe. Liebe! er hätte eine ſolche Voraus⸗ ſetzung geradezu für albern, abgeſchmackt erklärt; und doch hatte er ſchon zweimal an das auswärtige Amt um Verlängerung des Urlaubs von ſeinem Poſten in Neapel geſchrieben.
Weßhalb hatte er dieß gethan?
Bei aller ſeiner Philoſophie und Welterfahrung konnte er,ſich nicht mit dem Gedanken befreunden, von Milly ſich zu trennen. Sie war zu ſeiner Exi⸗ ſtenz unumgänglich nothwendig geworden,— hatte ſich feſt in ſein Herz eingeniſtet— hatte dort Platz in deſſen geheimſten Falten genommen, ehe deſſen Eigenthümer nur gewahr geworden war, daß ſie da⸗ ſelbſt Eintritt erlangt hatte.
Auf ein drittes Geſuch um längern Urlaub er⸗ hielt der edle Diplomat eine höfliche, abſchlägige Antwort:„Oeffentliche Geſchäfte— Nationalintereſſen — machen ſeine Anweſenheit nöthig u. ſ. w. u. ſ. w.“ Dieſelbe war nicht einmal von dem Miniſter der
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