Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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ſagen;„Ihre Seele iſt deßhalb unbefleckt. Es war der Kampf zwiſchen der Schlange und der Taube, zwiſchen Schuld und Unſchuld, zwiſchen Liſt und Ein⸗ falt. Sie kennen die Welt und deren Schlingen ſo wenig, als die Vögel und die Blumen, unter welchen Sie aufgezogen wurden. Wenn der leiſeſte Funke von Männlichkeit in dem elenden Herzen Ihres Ver⸗ derbers vorhanden geweſen wäre, ſo würde er Ihre Hilfloſigkeit geachtet haben.“

Seine Beweisgründe beruhigten und erfreuten das Opfer von Sir Aubrey Faireclough's ſelbſtſüchti⸗ gen Leidenſchaften, aber ſie vermochten nicht, es zu überzeugen, weßhalb es auch ſelten anders als durch ſeine Thränen darauf antwortete.

Einmal, aber auch nur dieß einemal, klagte der Lord, von plötzlicher Eiferſucht ergriffen, die Unglück⸗ liche an, daß ſie Harley noch immer liebe. Er kannte ihren Verführer unter keinem andern Namen.

Auf dieſes hin nahm Milly's Geſicht einen Aus⸗ druck an, den er nie zuvor darin wahrgenommen hatte. Es war erhaben in ſeinem Zorn und in weiblicher Verachtung der Niederträchtigkeit des Betrügers.

„Meine Zunge findet keine Worte, in denen ich meinen Widerwillen gegen dieſen Mann auszuſpre⸗ chen vermag,“ verſetzte ſie ſchaudernd,„er hat meine Eriſtenz getrübt, welche ohne ihn rein und ruhig hätte ſein können,— er hat meinen Lebensſtrom in ſeiner Quelle vergiftet. Ich haſſe ihn!

„Es iſt mein Kind, um das ich traure,— um meinen lieblichen Erſtgeborenen,“ fuhr ſie fort, ihrem Thränenſtrom freien Lauf laſſend,„und nicht um deſſen unnatürlichen Vater.“