Teil eines Werkes 
3. Band (1860)
Entstehung
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der Palaſt Doria— die Wohnung von Bianca's Onkel— unter die erſten Orte, welche Philipp und OHliver beſuchten. Gleich den meiſten Reſidenzen des römiſchen Adels ſtanden ſeine Gallerien und Staats⸗ gemächer dem Publikum offen und der vevliebte junge Mann fand ein trauriges Vergnügen daran, unter den Kunſtſchätzen, die hier aufgehäuft waren,— wor⸗ unter auch viele Familienportraits— umherzuwandeln.

Mehr als einmal bildete er ſich ein, wenn er eine Leinwand betrachtete, auf welche der ruhmge⸗ krönte Pinſel Titians die Geſichtszüge einer Schön⸗ heit aus vergangenen Zeiten gezaubert hatte, es ſei darin eine Aehnlichkeit mit dem Bilde zu finden, das ſo tief in ſeinem Herzen ſaß.

Namentlich war ein Bild darunter, das ganz be⸗ ſonders ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich zog,— und ſelbſt Oliver gab zu, daß es eine große Aehnlichkeit mit Bianca beſitze.

„Wie gerne möchte ich eine Copie davon haben!“ rief Philipp;„aber dieß iſt wahrſcheinlich unmöglich?“ ſetzte er, nach dem Cuſtos ſich umwendend, hinzu.

„Beinahe unmöglich,“ erwiderte der Monn.

„Nur beinahe?“

„Es iſt ein Familienportrait,“ bemerkte der Auf⸗ ſeher,„und Seine Eminenz, der Kardinal würde wahrſcheinlich ſeine Erlaubniß verſagen; aber ich kann Ihnen die meinige ertheilen.“

Bianca's Verehrer erkärte ſich bereit, eine ſolche Gunſt um jeden Preis zu erkaufen.

„Wenn es dem Signore Ingleſe wirklich mit ſeinem Anerbieten Ernſt iſt—“

Smith, Milly Mobne. III. 2